Sonntag, 31. Dezember 2017

[Statistik] Mein Lesejahr 2017

Die letzten Tages des Jahres gingen wirklich schnell vorbei. Deshalb ist es schon wieder Zeit für eine Jahresstatistik. Im letzten Jahr hat es mir sehr gefallen, mir verschiedene Aspekte anzuschauen, daher habe ich beschlossen, das dieses Jahr wieder zu tun. Zusätzlich habe ich in diesem Jahr die Anregung umgesetzt, mir auch die Dauer anzuschauen, die die Bücher auf meinem SuB gelegen haben. Wenn euch noch mehr einfällt, dann immer her mit euren Vorschlägen. Statistiken können nicht lang genug sein. :D



 Gelesene Bücher 

Kurzgeschichten: 1
Einzelbände: 37
Reihenbände: 39
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Gesamt: 77

» Mein Jahresziel von 60 Büchern habe ich auch dieses Jahr eindeutig geknackt. Damit bin ich absolut zufrieden. Das ausgewogene Verhältnis von Einzel- und Reihenbänden gefällt mir. Insbesondere, weil ich dieses Jahr tatsächlich eine Menge Reihen auch beendet und nicht nur angefangen habe. «


 Gelesene Seiten 
» Für dieses Jahr hatte ich mir 26.000 Seiten vorgenommen. Dieses Ziel habe ich locker überschritten, obwohl die meisten Bücher, die ich gelesen habe, ungewöhnlich kurz waren. Insgesamt bin ich damit sehr zufrieden. «


 Meist gelesene Autoren 

Sarina Bowen (3 Bücher)
und Ann-Kathrin Karschnick (3 Bücher)
und Rick Riordan (3 Bücher)

» Dieses Jahr habe ich Bücher von deutlich mehr unterschiedlichen Autoren gelesen. Deshalb teilen sich drei Leute mit nur drei Büchern den ersten Platz, während ich für den zweiten Platz mit jeweils zwei Büchern sogar elf Autoren hätte. Daher habe ich nur die drei Autoren mit den meisten Büchern aufgelistet. Ich habe aber einige Autoren mit Potenzial zu Lieblingsautoren entdeckt, sodass ich mir ziemlich sicher bin, dass ich nächstes Jahr die Platzierungen wieder eindeutig vergeben kann. «


 Meist gelesene Verlage 
» Genau wie bei den Autoren fällt auch die Führung der meist gelesenen Verlage nicht so deutlich aus in diesem Jahr. Der Carlsen Verlag hat sich mit acht Büchern knapp den ersten Platz gesichert, darauf folgen der cbt sowie der Fischer Verlag mit jeweils sieben Büchern. Auf dem dritten Platz landet der Dressler Verlag mit fünf Büchern. Nachdem ich mit meiner Prognose für dieses Jahr grandios daneben lag, lasse ich mich im nächsten Jahr einfach überraschen, welche Verlage dort das Rennen machen werden. «


 Erscheinungsjahr 
» Diese Statistik unterscheidet sich kaum von der des letzten Jahres. Ich habe ein wenig mehr Bücher gelesen, die bereits vor diesem Jahr erschienen sind, jedoch kaum nennenswert. Insgesamt ist es wieder eine ausgewogene Mischung an direkt gelesenen Neuerscheinungen und endlich abgearbeiteten SuB-Leichen. Ich hoffe dennoch, dass sich der Trend im neuen Jahr fortsetzt. «


 Einband 
» Mein Ziel für dieses Jahr war es, den eBook SuB weiter abzubauen. Da ich die meisten Bücher dann allerdings aussortiert habe, ist der Graphik nicht zu entnehmen, dass mir das gelungen ist. Ich freue mich aber, dass sich mehr Softcover auf die Leseliste geschlichen haben. Da mehr als die Hälfte meines SuBs aus Softcover-Büchern besteht, hoffe ich, dass sich das Verhältnis von Hard- und Softcover nächstes Jahr noch etwas mehr angleicht. «


 Reihenstatus 

» Diese Statistik sieht tatsächlich ganz anders aus als im letzten Jahr und darüber freue ich mich wirklich sehr. Ich habe viel mehr Reihen beendet als im letzten Jahr. Außerdem bin ich zum ersten Mal dazu übergegangen, Reihen abzubrechen, die mir nicht gefallen. Für das neue Jahr nehme ich mir vor, noch mehr Reihen, die ich anfange, tatsächlich zu Ende zu lesen. «


 Bewertung 

» In diesem Jahr verteilen sich die Bewertungen etwas mehr als im letzten Jahr. Zum Glück hatte ich mehr Highlights, die mich begeistern konnten. Leider hat sich aber auch die Zahl der Flops und Enttäuschungen deutlich erhöht. So viele Bücher, die mir nicht gefallen haben, habe ich noch nie in einem Jahr gelesen. Daher habe ich durchschnittlich auch nur 3,39 Schreibfedern vergeben. «


 Tage auf dem SuB 

» Letztes Jahr wurde angeregt, ich könnte mir mal die Dauer anschauen, die Bücher auf meinem SuB liegen, bevor ich sie lese. Das hat mich dazu motiviert, mich meinen SuB-Leichen zu widmen, sodass ich tatsächlich sieben Bücher gelesen habe, die jeweils seit mehr als 1000 Tagen auf meinem SuB lagen. Der Schnitt liegt mit 300,9 Tagen deutlich höher als im letzten Jahr, wo es ungefähr 80 Tagen waren. Im neuen Jahr möchte ich auf jeden Fall weiter SuB-Leichen abbauen, weil ich immer noch Bücher auf dem SuB liegen habe, die ich in den allerersten Neuzugängen auf meinem Blog vorgestellt habe - vor dreieinhalb Jahren. «


 Neuzugänge 

Gewinne: 4
Tausch: 3
Kauf: 37
Geschenke: 14
Rezensionsexemplare: 20
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Gesamt: 78

» Witzigerweise habe ich dieses Jahr exakt genauso viele Neuzugänge zu verzeichnen wie letztes Jahr. Davon habe ich aber weniger selbst gekauft, sodass ich das als Fortschritt ansehe. Nächstes Jahr möchte ich versuchen, weniger Neuzugänge zu haben als ich Bücher gelesen habe, um meinen SuB zu entlasten. «


 Mein SuB 

Stand 01.01.2017: 152 Bücher
Stand 31.12.2017: 83 Bücher

» Dieses Jahr war das Jahr des Aussortierens. Ich habe meinen SuB beinahe halbiert durch das Aussortieren von Büchern, die mich gar nicht interessiert haben. Damit bin ich zum ersten Mal, seit ich Aufzeichnungen darüber führe, wieder im zweistelligen Bereich. Das hat mich so glücklich gemacht, das ich den Abbau im neuen Jahr auf jeden Fall fleißig weiter betreiben will. «


 Mein SuB-Verlauf 


» Um meinen SuB-Verlauf ein wenig im Auge zu behalten, habe ich dieses Jahr zum ersten Mal eine Graphik angelegt. Der Trend geht generell nach unten, worüber ich mich sehr freue. In den meisten Monaten habe ich außerdem mehr Bücher gelesen als ich Neuzugänge hatte. Deutliche Ausnahmen sind der Buchmesse-Monat März und der Weihnachts-Monat Dezember. «


 Highlights des Jahres 


» Da ich dieses Jahr 17 Büchern die volle Punktzahl gegeben habe, war es ausnahmsweise gar nicht so leicht, mich für zehn Highlights zu entscheiden. Fletcher aus "Die Dämonenakademie" liebe ich ein bisschen, deshalb musste er auf jeden Fall dabei sein. Rick Riordan ist ohnehin obligatorisch. Außerdem haben mich im Dezember noch drei Bücher begeistert, zu denen sogar zwei Weihnachtsbücher zählen. Ansonsten habe ich dieses Jahr ein glückliches Händchen für die Bücher mit homosexuellen Protagonisten gehabt, da haben mich gleich fünf Bücher so überzeugt, dass sie es auf die Liste geschafft haben. «


 Enttäuschungen des Jahres 


» Leider war es auch nicht ganz leicht, mich für meine Enttäuschungen des Jahres zu entscheiden, weil das doch auch eine ganze Menge waren. Achtmal habe ich nur eine einzige Schreibfeder vergeben. Dabei sind Kinderbücher, internationale Bestseller und bekannte Fantasy- und Science-Fiction-Bücher, die mich leider allesamt gar nicht erreichen konnten. Hinzu kamen zwölf Bücher, die mit nur zwei Schreibfedern auch Enttäuschungen waren. Ich habe mich entschieden, "Moon Chosen" und "Oblivion" in die Liste der größten Enttäuschungen aufzunehmen. "Moon Chosen" klang richtig spannend und war dann einfach nur fürchterlich mit einer Protagonistin, die sich wie ein Kleinkind benimmt. Die Reihe von Jennifer L. Armentrout habe ich bislang sehr gemocht, aber "Oblivion" war stumpfsinniger Stalker-Erotik-Quatsch ohne Handlung. «


 Fazit 

Mein Lesejahr 2017 hat mir wieder sehr gut gefallen. Zwar habe ich ungewöhnlich viele Flops und Enttäuschungen unter den gelesenen Büchern gehabt, aber mit dem Rest bin ich sehr zufrieden. Mein SuB hat sich fast halbiert, ich habe deutlich mehr Bücher und Seiten gelesen als ich mir vorgenommen habe und eine Menge Reihen beendet. Im nächsten Jahr möchte ich mich ganz dem SuB-Abbau widmen, weil ich gemerkt habe, dass es mir sehr viel besser geht mit dem geringeren SuB. Der Plan ist, für zwei gelesene Bücher immer nur einen Neuzugang zu haben. Ich bin gespannt, wie das funktionieren wird.

Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch und ein in jeder Hinsicht erfolgreiches Jahr 2018. ♥

Freitag, 29. Dezember 2017

[Rezension] Das Mädchen, das Weihnachten rettete – Matt Haig


Titel: Das Mädchen, das Weihnachten rettete
Autor: Matt Haig
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 327
ISBN: 978-3-423281-28-7
Preis: 17,00 € [D]


Die achtjährige Waise Amelia fristet ein kärgliches Dasein als Kaminkehrermädchen und hofft inständig auf Rettung durch den Weihnachtsmann. Der hat jedoch alle Hände voll zu tun: Aufruhr im Wichtelreich, Rentiere, die vom Himmel fallen, der Weihnachtszauber, der schwächer wird – wenn das so weitergeht, droht Weihnachten auszufallen. Aber Amelia ist kein gewöhnliches Mädchen: Nur mit ihrer Hilfe kann der Weihnachtszauber gerettet werden!


- Das Mädchen, das Weihnachten rettete (Teil 2)
- Father Christmas (dt. unbekannt, Teil 3)


Weißt du, wie Wunder funktionieren?
(Seite 7)


Nachdem der erste Band der Weihnachtsreihe von Matt Haig den Weg des kleinen Nikolas aus der Armut bis zu seiner Bestimmung als Weihnachtsmann erzählt hat, berichtet der zweite Teil von den Problemen, mit denen er als dieser konfrontiert wird. Es liegt zu wenig Weihnachtszauber in der Luft, um die Rentiere in die Luft zu bringen, sodass Weihnachten ernsthaft in Gefahr ist. Dieses Buch wird jedoch auch aus anderen Perspektiven erzählt, weil es mehrere Handlungsstränge gleichzeitig gibt. Während sich der Weihnachtsmann mit dem fehlenden Glauben an Wunder auseinander setzen muss, wird Wichtelgrund von Trollen in Schutt und Asche gelegt. Nusch, die schon aus dem ersten Teil bekannt ist, wird die Aufgabe übertragen, die Hintergründe er erforschen, sodass ihr Teil besonders spannend ist. Hauptsächlich handelt dieses Buch jedoch von der achtjährigen Amelia, deren Perspektive abwechselnd hoffnungserfüllt und traurig ist. Die unterschiedlichen Handlungsstränge haben die Geschichte noch interessanter gemacht.

Außerdem wird die Geschichte auch diesmal wieder wunderschön erzählt. Obwohl das Buch damit beginnt, wie Amelia ihre Mutter verliert und dann als Waise in ein Arbeitshaus muss, habe ich diesen Teil als nicht so düster empfunden. So wie Nikolas mit einem Mäuserich befreundet war, ist Amelia immer mit ihrem Kater Käpt'n Ruß unterwegs. Die beiden bilden ein sympathisches Duo. Der Autor hat zudem liebgewonnene Charaktere erneut auftauchen lassen, aber auch neue Wesen eingeführt. Beispielsweise spielen die Fliegenden Flunker-Elfen in diesem Buch eine besondere Rolle. Es stecken eine Menge Magie und Wunder in der Geschichte, die mich in weihnachtliche Stimmung versetzt haben.

In diesem Buch sind außerdem viele interessante geschichtliche Details. Die Handlung rund um Amelia und den Weihnachtsmann ist mit der realen Geschichte verwoben worden. Beispielsweise legt der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren eine Bruchlandung im Schlafzimmer von Queen Victoria hin, über die er dann einige Dinge herausfindet. Währenddessen muss Amelia im Arbeitshaus erfahren, dass andere Frauen als die Queen keine Stimme haben und in der Gesellschaft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Besonders witzig fand ich aber die Referenzen zu den Menschen, die der Weihnachtsmann inspiriert hat. Zunächst wird Alexander Graham Bell erwähnt, der sein erstes Telefon vom Weihnachtsmann geschenkt bekam und sich die Idee daraufhin patentieren ließ. Noch schöner fand ich aber einen Mann namens Charles Dickens, der aktiv in der Geschichte auftaucht und durch den Weihnachtsmann dazu inspiriert wird, eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Diese kleinen Details und Witze am Rande haben mir wirklich gut gefallen.


Der zweite Teil der Weihnachtsreihe von Matt Haig wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Während Nusch ein spannendes Abenteuer bei den Trollen erlebt, muss der Weihnachtsmann Weihnachten retten und braucht dafür die Hilfe der kleinen Amelia, deren Hoffnung jedoch fast vollständig versiegt ist. Insgesamt war das Buch weniger düster als der Vorgänger und an einigen Stellen durch gelungene geschichtliche Referenzen beispielsweise zu Charles Dickens sogar wirklich witzig. Es hat mich problemlos in weihnachtliche Stimmung versetzt. „Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ hat mir noch besser gefallen als der Vorgänger und bekommt fünf Schreibfedern dafür.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

[Rezension] Ein Junge namens Weihnacht – Matt Haig


Titel: Ein Junge namens Weihnacht
Autor: Matt Haig
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 266
ISBN: 978-3-423280-88-4
Preis: 18,00 € [D]


Wie war das eigentlich, als der Weihnachtsmann noch ein Junge war? Er hieß Nikolas, wuchs in großer Armut mitten in Finnland in einer kleinen Holzhütte auf – und dies ist seine wahre Geschichte. Der elfjährige Nikolas begibt sich allein auf eine gefährliche Reise an den Nordpol, um seinen Vater zu finden. Er besteht haarsträubende Abenteuer, begegnet fliegenden Rentieren, einer Elfe, einem gewalttätigen Troll – und er stellt fest: Wichtel gibt es wirklich! In ihm reift ein Entschluss: Er will die Welt zu einem glücklicheren Ort machen. Wie er dieses Ziel erreicht und wie er dabei zum Weihnachtsmann wird – das verrät dieses Buch.


- Ein Junge namens Weihnacht (Teil 1)
- Das Mädchen, das Weihnachten rettete (Teil 2)
- Father Christmas (dt. unbekannt, Teil 3)


Hier vor dir hast du die ganz und gar wahre Geschichte des Weihnachtsmanns.
(Seite 9)


Der Weihnachtsrausch hat mich gerade voll erwischt und mit seinem Roman „Ich und die Menschen“ konnte Matt Haig mich so begeistern, dass ich mir sein neues Weihnachtsbuch unbedingt kaufen musste. Auch hier erzählt er wieder eine fantastische, mitreißende Geschichte. Protagonist Nikolas trifft auf fliegende Rentiere, zaubernde Wichtel und Elfen, die nur die Wahrheit sagen können. Der Autor hat seine Fantasie spielen lassen und eine schöne Weihnachtsgeschichte erzählt.

Die Idee, aus der Kindheit des Weihnachtsmannes zu berichten und zu erzählen, wie aus dem kleinen Jungen der Weihnachtsmann geworden ist, ist sehr interessant. Von Anfang an wird deutlich, dass Nikolas ein herzensguter Junge ist. Er ist bitterarm, hat bisher nur zweimal Weihnachtsgeschenke bekommen und sein einziger Freund ist eine kleine Maus. Trotzdem ist er nicht verbittert, sondern zufrieden mit dem, was er hat. Es war faszinierend zu verfolgen, wie er nach und nach seine Bestimmung findet. Er erfährt viele Rückschläge im Leben, doch er behält immer die Güte. Außerdem erfährt er am eigenen Leib, wie wichtig ist es, an irgendetwas zu glauben und Hoffnung zu haben. Dass das Weihnachtswunder hauptsächlich durch den Glauben daran entsteht, ist eine absolut weihnachtliche Botschaft.

Allerdings finde ich, dass das Buch eher für ältere Kinder und Erwachsene geeignet ist. In der Grundstimmung war es relativ düster. Nikolas ist ein armer Junge, dessen Mutter früh bei einem Bärenangriff gestorben ist, dessen grausame Tante ihn draußen im Schnee schlafen lässt und dessen Vater verschwindet, sodass er ihn suchen muss. Die Reise ist gefährlich und er wandelt am Rande des Todes. Dann muss er feststellen, dass viele Dinge nicht so sind wie er dachte. Er verliert alles, was ihm etwas bedeutet. Mich hat das Buch eher in traurige, melancholische Stimmung versetzt. Die Geschichte war schön, berührend und voller interessanter Ideen, um ein fröhliches Kinderweihnachtsbuch handelt es sich aber eindeutig nicht.


Diese Weihnachtsgeschichte von Matt Haig hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine faszinierende Idee, von der Kindheit des Weihnachtsmannes zu berichten und zu erzählen, wie er zu der Figur geworden ist, die wir alle kennen. Dabei fließen viele fantastische Elemente ein und Glaube sowie Hoffnung spielen eine große Rolle. Insgesamt finde ich das Buch aber eher für ältere Kinder und Erwachsene empfehlenswert, weil es doch oft sehr traurig, düster und manchmal auch gewalttätig ist. „Ein Junge namens Weihnacht“ bekommt daher vier Schreibfedern von mir.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

[Rezension] Hinter verzauberten Fenstern – Cornelia Funke


Titel: Hinter verzauberten Fenstern
Autor: Cornelia Funke
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2009
Einband: Softcover
Seiten: 181
ISBN: 978-3-596809-27-1
Preis: 8,95 € [D]


Warum hat mein blöder kleiner Bruder Olli den schönen Schokoladenadventskalender bekommen und ich nur diesen doofen Papieradventskalender, ärgert sich Julia. Doch das auf ihrem Kalender abgebildete Haus glitzert so silbrig und geheimnisvoll, dass Julia der Versuchung nicht widerstehen kann und das erste Fenster ihres Kalenderhauses öffnet. Da bemerkt sie, dass das Haus bewohnt ist und dass sie die Menschen, die darin leben, besuchen kann. Damit beginnt ein ganz ungewöhnliches Abenteuer ...


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


Draußen wurde es dunkel, und es schneite immer noch.
(Seite 7)


Bisher hatte ich mit Cornelia Funkes Büchern nicht so viel Glück, weil sie mich meist gelangweilt haben. Leider gilt das auch für „Hinter verzauberten Fenstern“. Zu Beginn fand ich die Geschichte noch ganz interessant, das verläuft sich aber leider schnell. Julia öffnet das erste Türchen ihres Adventskalenders und findet sich plötzlich in ihrem Kalender wieder, wo sie einen der Bewohner trifft. Das hat mir gut gefallen, leider trifft sie dann in den nächsten Tagen einfach nur immer mehr Bewohner, wenn sie nicht gerade in ihrer eigenen Welt ist und sich mit ihrem Bruder streitet. Am Ende des Buches kommt die Handlung noch einmal etwas in Schwung, allerdings war sie so vorhersehbar und unrealistisch, dass sie mich auch dann nicht begeistern konnte. Für künstlerische Freiheit und Fantasie bin ich immer zu haben, aber in dieser Geschichte war mir zu viel an den Haaren herbei gezogen.

Beim Lesen kam auch keine Weihnachtsstimmung auf. Der Adventskalender ist der Aufhänger für die Geschichte, ansonsten hat das Buch damit aber nicht viel zu tun. Es fängt mit dem Aufbau an, weil das Buch 16 Kapitel hat, sodass nicht jeden Tag eines gelesen werden kann. Außerdem spielt die Geschichte an elf Tagen, von denen einige einfach übersprungen werden. Und nicht zuletzt öffnet Julia die Türchen willkürlich. Manche öffnet sie gar nicht, dafür öffnet sie am elften Tag schon Nummer 24. Dadurch kam für mich keine positive, weihnachtliche Stimmung auf.

Mit den positiven Emotionen habe ich mich generell schwer getan, weil die Geschichte für mich auf emotionaler Ebene eigentlich nur Julias Wut über ihren Bruder übertragen hat. Er war wirklich nervtötend und hat sie ständig bei ihren Eltern verpetzt oder versucht, ihr das Geheimnis um ihren Kalender zu stehlen. Wenn Julia sich bei ihrer Mutter beschwert hat, war diese so angenervt von Julia, dass sie sogar die Tür zu geknallt hat. Die Zeichnungen haben es auch nicht viel besser gemacht, weil sie in meinen Augen nicht zauberhaft, sondern eher gruselig sind. Insgesamt hat mich das Buch also nur aufgebracht und nicht in friedliche Stimmung versetzt.


Das Buch hat gut angefangen, mich dann aber auf ganzer Linie enttäuscht. Die Geschichte wurde schnell langweilig, vorhersehbar und unrealistisch. Außerdem kam keinerlei positive Stimmung auf. Mit Weihnachten hat das Buch kaum etwas zu tun. Es gibt nur 16 Kapitel, die Geschichte spielt an elf Tagen und Julia öffnet ihre Türchen willkürlich. Außerdem hat das Buch für mich nur Julias Wut auf ihren Bruder übertragen, sodass ich nach dem Lesen einfach nur noch aufgebracht war. „Hinter verzauberten Fenstern“ war leider eine Enttäuschung und bekommt nur zwei Schreibfedern.

Dienstag, 26. Dezember 2017

[Rezension] Der Weihnachtosaurus – Tom Fletcher


Titel: Der Weihnachtosaurus
Autor: Tom Fletcher
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 02. Oktober 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 368
ISBN: 978-3-570164-99-0
Preis: 14,99 € [D]


Die Weihnachtswichtel am Nordpol sind ganz aus dem Häuschen, als sie tief im Eis ein geheimnisvolles Ei entdecken. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich brütet das Ei unter seinem dicken Po aus. Zur Verblüffung aller schlüpft ein freundlicher kleiner Dinosaurier: der Weihnachtosaurus. Zufällig schickt zur gleichen Zeit, tausende Kilometer entfernt, ein kleiner Junge namens William seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann ab: Er wünscht sich einen echten Dinosaurier. Als William und der Weihnachtosaurus einander in der Weihnachtsnacht begegnen, erleben die beiden nicht nur ein fantastisches, zum Brüllen komisches Abenteuer, sondern auch, was es heißt, den Wünschen seines Herzens zu folgen.


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


Diese Geschichte beginnt, wie alle guten Geschichten, vor langer Zeit.
(Seite 13)


Normalerweise bin ich kein Fan von Weihnachtsbüchern. Die Geschichte über William und den Weihnachtosaurus hat mich jedoch sofort angesprochen, gerade auch über das niedliche Cover. Nach dem Lesen bin ich absolut begeistert. Erzählt wird die Geschichte sowohl aus der Perspektive des kleinen William, der ein riesiger Fan von Weihnachten und Dinosauriern ist, als auch aus Sicht des Weihnachtosaurus, des letzten Dinosauriers auf der Welt. Beide Erzähler habe ich sofort in mein Herz geschlossen, sodass mich die Geschichte sehr berührt hat. Es gab lustige Momente, in denen ich laut lachen musste, aber auch sehr traurige, emotionale Momente, in denen ich tatsächlich Tränen vergossen habe. Verstärkt wurde das noch durch die wunderschönen Zeichnungen, die sich überall im Buch finden. Die Zeichnungen fangen die Emotionen so gut ein, dass sowohl William als auch dem Weihnachtosaurus die Gefühle am Gesicht abzulesen sind. Es war schon traurig, über einen todunglücklichen Dinosaurier zu lesen, aber dazu auch noch eine Illustration zu sehen, hat mich mehrfach in Tränen ausbrechen lassen. Wie eine Freundin so schön gesagt hat: Dinos sollten nicht weinen müssen!

Seite 313

Berührt hat mich aber auch die Wortwahl. Das Buch ist wunderbar geschrieben. Für mich las es sich durch die Formulierungen wie Heimat. Jedes Mal, wenn Worte wie „zuppelte“ oder „verhedderte“ im Text vorkamen, hatte ich ein Bild von meiner Mutter vor Augen, wie sie genau diese Worte sagt. Das Buch ist so erzählt wie wir uns familienintern miteinander unterhalten. Dadurch hatte ich noch mehr Spaß am Lesen.


Seite 145

Zusätzlich dazu konnte mich das Buch aber auch inhaltlich überraschen. Die Handlung verlief an einigen Stellen anders als ich es erwartet hatte, weil das Buch realistischer war als Kinderbücher es häufiger sind. Es ist schließlich nicht ohne Weiteres machbar, einen Dinosaurier zu beherbergen. Gegen Ende ist die Geschichte außerdem noch spannend geworden, denn ein echter, lebender Dinosaurier ist natürlich eine Sensation, die sofort skrupellose, geldgierige Menschen auf den Plan ruft. Die Wendung, die das Buch durch genommen hat, habe ich tatsächlich lange nicht vorhergesehen. Mit seinen Ideen, Erklärungen und dem Handlungsverlauf hat der Autor noch mehr meinen Respekt gewonnen, denn obwohl es sich um ein Kinderbuch handelt, folgt die Geschichte einer Logik. Die Kinder werden ernst genommen, auch wenn ihnen logische und inhaltliche Lücken vermutlich gar nicht aufgefallen wären. Das machte das Buch auch für mich als Erwachsene schön zu lesen.


Dieses Weihnachtsbuch hat mich so überzeugt, dass ich es als Tradition jedes Jahr wieder lesen möchte. Sowohl den kleinen Jungen William als auch den Weihnachtosaurus, die abwechselnd die Geschichte erzählen, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Dadurch hat mich das Buch so berührt, dass ich mehrfach gelacht und auch geweint habe. Die wunderschönen Illustrationen haben diese Emotionen nur noch verstärkt. Auch der Schreibstil hat mich absolut überzeugt, weil sich die Geschichte wie Heimat liest. Außerdem war das Buch an einigen Stellen überraschend und spannend. „Der Weihnachtosaurus“ hat mich auf ganzer Linie überzeugt und bekommt dafür fünf Schreibfedern.

Montag, 25. Dezember 2017

Neuzugänge #91

Frohe Weihnachten euch allen!
Ich hoffe, ihr seid alle reich beschenkt worden und hattet ein angenehmes Fest. Lagen bei euch auch Bücher unter dem Baum? Bei mir stehen jedes Jahr einige auf der Wunschliste. Fünf Bücher lagen dieses Jahr unter dem Baum, von denen drei da eigentlich gar nicht hin gehört hätten - das konnten meine Eltern den Paketen aber nun mal nicht ansehen. Und so hatte ich mehr zum Auspacken. :) 



Die Illuminae Akten 1 (Q)
Das Buch von Amie Kaufman und Jay Kristoff stand auf meiner Wunschliste. Ich habe eine Menge begeisterte Stimmen gehört. Außerdem finde ich schon das Cover genial, sowohl auf dem Umschlag als auch beim richtigen Buch. Und mich fasziniert die Idee, eine Geschichte mittels Mails, Chats, Akten etc. zu erzählen. Ich hoffe, spätestens im Februar dazu zu kommen, es zu lesen.


Percy Jackson auf Monsterjagd mit den Geschwistern Kane (Q)
Das Buch von Rick Riordan habe ich von einer lieben Freundin geschenkt bekommen. Es stand schon ewig auf meiner Wunschliste. Es fasziniert mich jedes Mal wieder aufs Neue, wie Rick Riordan es schafft, seine unterschiedlichen Götterwelten alle unter einen Hut zu bekommen. Daher bin ich sehr gespannt darauf, wie er das mit Percy Jackson und den Kane-Geschwistern anstellt.


Die Chroniken der Verbliebenen 3: Die Gabe der Auserwählten (Q)
Am meisten überrascht wurde ich vom dritten Teil der Reihe von Mary E. Pearson. Da ich den ersten Teil zwar im Regal, aber noch nicht gelesen habe, steht der dritte Band noch gar nicht auf der Wunschliste. Als ich die beiliegende Bescheinigung durchforstet habe, habe ich festgestellt, dass ich das Buch scheinbar gewonnen habe. Ich kann mich zwar schon gar nicht mehr daran erinnern, an einem Gewinnspiel teilgenommen zu haben, aber ich freue mich trotzdem sehr. Die Überraschung war gelungen.


Sumerland 1+2: Prinzessin Serisada (Q) und Prinz Zazamael (Q)
Ebenfalls fälschlicherweise unter dem Baum gelandet sind zwei Rezensionsexemplare von Johannes Ulbricht. Er hatte mir seine Bücher vor Kurzem angeboten und ich finde die Idee, dass es nur eine einzige Stadt auf der Welt gibt, in der alle Epochen der Menschheit übereinander geschichtet sind, wirklich faszinierend. Realität und Illusion spielen auch noch eine Rolle, sodass ich mich schon sehr freue, diese Bücher zu lesen. Danke nochmals an den Autor.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Neuzugänge #90

Eigentlich war ich durch mit den Neuzugängen für dieses Jahr. Zumindest dachte ich das. Dann hat Bloggdeinbuch unerwartet einen Reihenabschluss als Rezensionsexemplar angeboten, den ich noch nicht gelesen habe. Außerdem hat mich die Weihnachtsstimmung so richtig erwischt. Da ich aber im Grunde keine Weihnachtsbücher besitze, musste ich das dringend ändern. Nicht, dass ich es vor Weihnachten noch schaffen würde, sie alle zu lesen, Uni sei Dank, aber wer denkt schon nach, bevor er neue Bücher kauft?



Ein Junge namens Weihnacht (Q) und Das Mädchen, das Weihnachten rettete (Q)
Auf die Bücher von Matt Haig bin ich bei Aleshanee aufmerksam geworden. Ich habe bereits zwei Bücher von ihm gelesen und besonders 'Ich und die Menschen' hat mir wahnsinnig gut gefallen. Deshalb sind mir seine beiden neuen Bücher als erstes in den Sinn gekommen, als mich unerwartet die Weihnachtsstimmung überrascht hat. Ich bin sehr neugierig auf diese 'wahre Geschichte' des Weihnachtsmannes und die Fortsetzung. Über die Weihnachtstage werde ich sie auf jeden Fall lesen.


Der Weihnachtosaurus (Q)
In den letzten Tagen ist mir öfter das Buch von Tom Fletcher über den Weg gelaufen. Die Geschichte über einen Jungen, der sich einen Dino wünscht, und einen Dino, der am Nordpol beim Weihnachtsmann lebt, hat mich sofort neugierig gemacht. Das Buch ist schon gelesen und es war wahnsinnig gut! Die Geschichte und die wunderschönen Illustrationen haben mich abwechselnd lachen und weinen lassen. Wer hätte gedacht, dass die Illustration eines weinenden Dinosauriers mich so emotional mitnehmen würde? Die Rezension folgt bald.


Masterminds 2+3: Im Sog des Verbrechens (Q) und Im Angesicht der Wahrheit (Q)
Der erste Teil der Reihe von Gordon Korman gehörte 2016 zu den größten Lese-Überraschungen des Jahres. Daher war ich schon gespannt auf die Fortsetzungen, habe es aber bisher nicht geschafft, sie zu lesen. Bloggdeinbuch hat den dritten Teil jetzt als Rezensionsexemplar angeboten, worüber ich sehr froh bin, da es diesen Band nur noch als eBook gibt und ich prinzipiell keine eBooks kaufe. So konnte ich das Buch aber als Rezensionsexemplar ergattern und habe mir deshalb das zweite Buch gleich noch dazu gekauft. Das werden wohl die ersten beiden Bücher sein, die ich im neuen Jahr lesen werde.

Montag, 18. Dezember 2017

[Rezension] Die Wahrheit über Alice – Rebecca James


Titel: Die Wahrheit über Alice
Autor: Rebecca James
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2012
Einband: Softcover
Seiten: 316
ISBN: 978-3-499255-07-6
Preis: 8,99 € [D]


Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin.
An ihrer Schule ist Katherine die Außenseiterin. Unauffällig, immer allein, mit niemandem befreundet. Der Grund: Keiner darf ihr Geheimnis erfahren. Erfahren, was mit ihrer Schwester Rachel geschah. Doch dann lädt Alice Katherine zu ihrer Party ein. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule. Es tut gut, eine Freundin zu haben. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Und Katherine muss erkennen, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt ...


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


Ich war nicht auf Alice' Beerdigung.
(Seite 9)


Von diesem „Superdebüt“ (Für Sie), das „voll den Nerv“ (Brigitte) trifft und „weltweit in 36 Länder verkauft“ (Rowohlt) wurde, war ich auf Seite 51 dermaßen genervt, dass ich den Rest nur noch überflogen habe. Die Geschichte beginnt damit, dass die zurückgezogene Katherine, die lieber für sich allein ist und dementsprechend auch keine Freunde hat, vom hübschesten und beliebtesten Mädchen der Schule zu ihrer Party eingeladen wird. Wie diese vermeintlich unrealistische Situation zustande kommt, wird später zwar noch erklärt, Katherines Reaktionen jedoch nicht. Obwohl sie einfach nur allein sein möchte, sagt sie zu. Und das nicht nur für die Party, sondern auch gleich für das Treffen vorher, bei dem sie sich gemeinsam fertig machen wollen. Es dauert ungefähr eine Stunde, dass sind sie die dicksten Freundinnen – obwohl sie vorher nie ein Wort miteinander gewechselt haben. Dass Alice zwar charismatisch, aber auch aufdringlich, arrogant, narzisstisch und berechnend ist, geht an Katherine irgendwie völlig vorbei. Für mich las sich diese ganze Freundschaft an den Haaren herbei gezogen. Gleiches gilt auch für die Beziehungen zu den anderen Charakteren. Es ist immer Freundschaft oder Liebe auf den ersten Blick.

Überhaupt sind die Charaktere ein großes Problem der Geschichte. Sie sind alle flache Prototypen. Robbie und Mick sind die süßen, lieben, gutherzigen Gentlemen. Ben ist ein oberflächlicher Macker, der nur Sex im Kopf hat. Alice ist der Inbegriff einer psychisch gestörten, narzisstischen, arroganten, intriganten, grausamen, aber natürlich bildhübschen Barbie, die Männer und Frauen jeden Alters sofort um den Finger wickeln kann. Ihre Gegenspielerin ist Philippa, ein sanftes, nettes, bodenständiges Liebchen, das viel zu perfekt ist, um wahr zu sein. Protagonistin Katherine hat ein wenig mehr Tiefgang, versinkt aber im Grunde das gesamte Buch über in Selbstmitleid, sodass andere Eigenschaften kaum hervortreten.

Neben interessanten Charakteren geht dem Buch auch die Spannung völlig ab. Das liegt unter anderem daran, dass es kaum Handlung gibt. Im Grunde entstehen nur einige Instant-Freundschaften und Katherine verbringt Zeit mit ihren neuen Freunden. Statt über die Handlung Spannung aufzubauen, wird immer wieder auf Katherines Gedanken und Gefühle eingegangen, die sich aber nie ändern. Es wird auf jeder zweiten Seite wiederholt, dass sie ein dunkles Geheimnis hat, das niemals jemand erfahren darf, und dass sie sich fürchterlich schuldig fühlt. Dabei ist dieses Geheimnis für mich als Leser überhaupt nicht geheim, weil es mehr als überdeutliche Hinweise gibt und weil die Geschichte zu verschiedenen Zeitpunkten erzählt wird. Die Kapitel springen von der Gegenwart zwei Jahre in die Vergangenheit oder fünf Jahre in die Zukunft und wieder zurück. Diese Sprünge haben die Geschichte unglaublich vorhersehbar gemacht, weil sie alles verraten haben. In den Kapiteln, die in der Vergangenheit spielen, wird das dunkle Geheimnis dargestellt, falls jemandem die ständigen Hinweise noch nicht ausgereicht haben. Und die Kapitel in der Zukunft verraten alles, was im Laufe der Geschichte noch passiert. Der erste Satz verrät bereits, dass Alice tot ist. Der zweite Satz verrät, dass Katherine damals schwanger war. Mehr Handlung hat das Buch dann auch nicht.


Dieses hoch gelobte, international verkaufte Buch war für mich eine einzige Enttäuschung. Auf Seite 51 hatte ich keine Lust mehr und habe den Rest nur noch überflogen – just in case. Besser wurde es leider nicht mehr. Die Charaktere sind flache Prototypen und es gibt nur Instant-Liebe bzw. Instant-Freundschaften, die an den Haaren herbeigezogen wirken. Auf jeder zweiten Seite wird wiederholt, dass die Protagonistin ein dunkles Geheimnis hat, das jedoch offensichtlich ist, weil es mehr als genug Hinweise gibt. Außerdem spring das Buch zwischen drei Zeitpunkten, wodurch sehr früh alles verraten wird. Der letzte Rest Handlung geht im Selbstmitleid der Protagonistin unter. „Die Wahrheit über Alice“ war langweilig, nicht lesenswert und bekommt dafür nur eine Schreibfeder.

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