Donnerstag, 31. August 2017

[Rezension] Koch zum Frühstück – Rona Cole


Titel: Koch zum Frühstück
Autor: Rona Cole
Verlag: Cursed
Erscheinungsdatum: 10. September 2012
Einband: Softcover
Seiten: 563
ISBN: 978-3-942451-16-1
Preis: 9,95 € [D]


Kulinarische Höchstleistung ist das Einzige, was im Leben von Sternekoch David Klein eine Rolle spielt. Als gefeierter Shootingstar verblasst neben seinem Perfektionismus alles andere – auch das zunehmende Kriseln in seiner Beziehung, um die er sich ohnehin kaum bemüht. Und plötzlich hat David noch ein ganz anderes Problem: etwa einen Meter groß und sicher keiner der Sterne, die er normalerweise für erstrebenswert hält ...


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


„Wo bleibt die beschissene Seezunge?“
(Seite 7)


Mit dem Anfang des Buches hatte ich einige Probleme, weil Protagonist David wirklich ein Arschloch ist, um mal die Ausdrucksweise der Menschen zu nutzen, die öfter mit ihm zu tun haben. Er war einfach extrem unsympathisch. Da er die Hälfte der Handlung erzählt und auch noch im Prolog damit beginnt, war besonders der Einstieg schwierig. Das ändert sich dann im Laufe der Zeit aber zum Glück, da er durchaus auch seine sanfte Seite hat. Seine verschämten Zärtlichkeiten und die versteckten liebevollen Verhaltensweisen gegenüber der kleinen Stella beispielsweise haben mir sehr gefallen. Damit hat auch er ziemlich schnell mein Herz erobert.

Auch die Handlung hat mich positiv überrascht. Die Geschichte bedient schon einige Klischees, aber die Umsetzung ist nicht kitschig, sondern so trocken, dass es zum Teil gar nicht wirklich auffällt. Das liegt vor allem daran, dass die Autorin wunderbar recherchiert hat – oder zumindest den Eindruck erweckt. Ich kenne mich mit dem Kochen nicht aus, aber die Beschreibungen seiner Arbeit, die David liefert, lesen sich realistisch. Das gilt genauso für andere Aspekte wie beispielsweise Fragen des Sorge- und Adoptionsrechts. Die Geschichte liest sich authentisch, nicht geschönt und auch nicht zurecht gebogen, um alle glücklich und zufrieden zu stellen.

Noch besser hat mir die Liebesgeschichte gefallen, denn sie ist wirklich sehr, sehr langsam. Obwohl David und Florian vom ersten Moment an Gefallen aneinander finden, sind sie sich der Tatsache bewusst, dass sie beide in Beziehungen leben. Sie können die körperliche Anziehung nicht leugnen, halten sich nicht zuletzt wegen ihrer sehr unterschiedlichen Lebensvorstellungen zurück. Das schafft eine Menge Situationen, in denen es ordentlich knistert. Die Spannung zwischen ihnen, die deutlich zu spüren war, macht einen besonderen Reiz dieses Buches aus. Die Autorin hat sich sehr viel Zeit damit gelassen, diese Spannung zu lösen – so viel, dass ich beinahe schon ungeduldig geworden bin vor lauter Aufregung. Diese Geduld ist in dem Genre wirklich selten und hat mir sehr gut gefallen. Das war viel nervenaufreibender und kribbelnder als die folgenden Sexszenen.


Mit dem Einstieg hatte ich ein wenig Probleme, weil David, der erste Erzähler, mir wirklich unsympathisch war. Sobald er die Küche verlassen hatte, ist er mir aber auch ans Herz gewachsen. Positiv überrascht war ich von der gut recherchierten Handlung. Alles liest sich authentisch und nicht gestellt. Es werden durchaus bekannte Elemente verarbeitet, aber ohne jeglichen Kitsch, sondern auf nüchterner, realistischer Ebene. Darüber hinaus ist die Liebesgeschichte sehr gelungen. Sie entwickelt sich langsam, es gibt viele Momente von knisternder Spannung und kribbelnder Aufregung. „Koch zum Frühstück“ ist ein wirklich tolles Buch und bekommt dafür vier Schreibfedern.

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