Mittwoch, 23. August 2017

[Rezension] Göttlich verliebt – Josephine Angelini


Titel: Göttlich verliebt
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler
Erscheinungsdatum: 01. März 2013
Einband: Hardcover
Seiten: 449
ISBN: 978-3-791526-27-0
Preis: 19,95 € [D]


Ein zweiter Trojanischer Krieg steht unmittelbar bevor. Um zu verhindern, dass die sterbliche Welt in die Hände der 12 unsterblichen Götter fällt, brauchen Helen, Lucas und Orion neue Verbündete. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Wie kann Helen deren Vertrauen zurückgewinnen? Womit lassen sich die Götter besiegen? Und was wird aus ihrem Kampf um die Liebe zu Lucas?


- Göttlich verdammt (Teil 1) 
- Göttlich verloren (Teil 2) 
- Göttlich verliebt (Teil 3)


Zu ihrer Linken sah Helen etwas, das vermutlich der Styx war, denn in dem reißenden Strom trieben Unmengen von scharfkantigen Eisstücken.
(Seite 5)


Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Diesem finalen Band der Reihe stehe ich zwiegespalten gegenüber. Das größte Problem hatte ich mit der Entwicklung der Protagonistin Helen. Starke, mächtige Charaktere mag ich normalerweise und ich lasse mich gerne von ihren überwältigenden Fähigkeiten mitreißen, aber Helen wird in diesem Buch echt zu … ja, was eigentlich? Zu einer Göttin? Der Ausdruck passt nicht, weil selbst die Götter ihre beschränkten Fähigkeiten haben. Helen dagegen kann irgendwann einfach alles. Es werden zwar Erklärungen dafür geliefert, warum sie über all diese Fähigkeiten verfügt und plötzlich auch beispielsweise unter Wasser atmen oder Schatten beherrschen kann, doch es wird nicht erklärt, warum das alles nur sie betrifft. Ich fand die Fähigkeiten der Kinder im Vergleich zu denen ihrer Eltern schon in den ersten beiden Bänden übertrieben, aber in diesem finalen Teil brechen bei Helen wirklich alle Dämme. Das fand ich nicht mehr mitreißend, sondern habe eher die Augen verdreht, wenn sie schon wieder eine neue Fähigkeit entdeckt hat.

Außerdem haben mich die unzähligen Liebesgeschichten gestört. Die Reihe beruht auf der überwältigenden Liebe von Paris und Helena, die ihr Äquivalent in der komplizierten Beziehung von Lucas und Helen hat. Das finde ich absolut nachvollziehbar, aber die Autorin scheint der Meinung gewesen zu sein, dass jeder einzelne Charakter es verdient, seine große Liebe zu finden. Deshalb entwickeln sich überall Beziehungen oder es tauchen für die Geschichte vollkommen irrelevante Charaktere auf, damit die Figuren, die bisher noch single waren, auch ein Love Interest hatten. Da im Laufe der Geschichte die Erzähl-Perspektive immer wieder wechselt, werden damit nicht nur die Schmachtereien zwischen Lucas und Helen beschrieben, sondern auch zwischen Matt und Ariadne, zwischen Jason und Claire und alle die anderen neu entstehenden, innigen, schicksalhaften Liebesbeziehungen. Mit der Zeit war das wirklich ermüdend.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen, dass die Geschichte jetzt endlich Sinn verliehen bekommen hat. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich viele Dinge einfach hinnehmen musste, allen voran die Tatsache, dass die Charaktere mit den Gesichtern der Menschen aus dem ersten Trojanischen Krieg geboren werden. Diese Aspekte werden hier im letzten Buch noch einmal ausführlich betrachtet und erläutert. In einigen Details der Erklärung steckten zwar Logikfehler und Widersprüchlichkeiten, aber die grundsätzliche Idee hat die Geschichte für mich nachvollziehbarer gemacht. In diesem dritten und letzten Teil hatte ich endlich das Gefühl, das Grundgerüst der Geschichte verstanden zu haben.


Die Geschichte ist inhaltlich gut aufgelöst. Viele Aspekte werden erläutert und jetzt habe ich auch endlich das Grundgerüst der Geschichte verstanden. Leider waren diese Erklärungen nicht frei von Logikfehlern. Schwer habe ich mich außerdem mit den unzähligen Liebesgeschichten getan. Am Ende des Buches musste unbedingt jede Figur eine Beziehung haben, also werden teilweise völlig irrelevante Charaktere eingeführt und Gefühle aus der Luft gegriffen. Außerdem entwickelt sich Protagonistin Helen zu einem übermächtigen Wesen. Ihre Fähigkeiten waren irgendwann nur noch übertrieben. Da „Göttlich verliebt“ mich nicht überzeugt, aber der Geschichte zumindest Sinn gegeben hat, bekommt das Buch drei Schreibfedern

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