Samstag, 29. Juli 2017

[Rezension] Die Achse meiner Welt – Dani Atkins


Titel: Die Achse meiner Welt
Autor: Dani Atkins
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 01. August 2014
Einband: Softcover
Seiten: 316
ISBN: 978-3-426515-39-6
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Rachels Leben ist perfekt: Sie hat einen gutaussehenden Freund, einen großen Freundeskreis und wird in wenigen Wochen ihr Studium beginnen. Doch dann geschieht dieser schreckliche Unfall, der ihr alles nimmt, was sie liebt. Rachel zieht sich voller beklemmender Schuldgefühle zurück – denn sie hat nur überlebt, weil ihr bester Freund Jimmy ihr das Leben rettete und dafür mit seinem eigenen bezahlte.
Die Hochzeit ihrer engsten Freundin lässt Rachel nach fünf Jahren um ersten Mal an den Ort der Tragödie zurückkehren. Aber die Erinnerungen sind zu viel für Rachel, und sie bricht zusammen. Als sie im Krankenhaus erwacht, traut sie ihren Augen nicht. Ihr Leben ist plötzlich genau so, wie sie es sich immer erhofft hat: Sie hat einen Traumjob und ist verlobt. Und neben ihrem Bett steht Jimmy – kerngesund und mit seinem schönsten Lächeln.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Das Buch habe ich ewig vor mir her geschoben, weil solche Romane eigentlich nicht ganz meinem typischen Lesegeschmack entsprechen. Nachdem ich dann letztens noch mal den Klappentext gelesen habe, dachte ich aber: Mensch, eigentlich klingt das sogar echt interessant! Also habe ich das Buch endlich in Angriff genommen. Der flüssige Schreibstil hat das Lesen leicht gemacht. Leider ist das auch schon der einzige Punkt, der mir an dem Buch gefallen hat. Meine Befürchtung, dass es mir nicht gefallen würde, sich nämlich ziemlich schnell bestätigt. Denn schon das erste Kapitel war, gelinde gesagt, grauenhaft.
Es handelt sich bei dem Kapitel um einen Rückblick auf den Abend des Unfalls. Protagonistin Rachel führt die Figuren und Beziehungen ein und ist rundum glücklich in ihrer absoluten Naivität. Denn es ist wirklich unmöglich zu übersehen, wer tatsächlich „heimlich“ Gefühle für wen hat, wer davon weiß und wer deswegen eifersüchtig ist. Rachel hat nicht den Hauch einer Ahnung, während es tatsächlich aber nur noch offensichtlicher hätte sein können, wenn die Figuren es wortwörtlich gesagt hätten. Gleiches gilt für den Unfall, dessen genauer Ablauf schon viele Seiten vorher durch überdeutliche Hinweise angekündigt wird. Die eigentliche Beschreibung des Unfalls war dann auch noch dermaßen unrealistisch, dass ich das Buch am liebsten direkt wieder zur Seite gelegt hätte. Selten habe ich mich schon so früh so sehr über ein Buch geärgert.

Leider war das dann auch der einzige Moment, der in irgendeiner Art und Weise Emotionen in mir hervorrufen konnte. Inhaltlich hat die Geschichte das nie geschafft. Zum einen war mir keine Figur sympathisch genug, um mich mit ihr zu identifizieren, zum anderen war die gesamte Geschichte einschließlich des Endes vorhersehbar. Und insbesondere das Ende, das viele Leser zu Tränen gerührt hat, war für mich das fröhlichste Ende, das ich mir ausmalen konnte. Daher war ich das ganze Buch über weit davon entfernt, an Tränen auch nur zu denken.

Neben der Emotionalität fehlte es der Handlung aber auch an Inhalt und an Spannung. Die wenigen Entwicklungen, die es überhaupt gibt, sind so vorhersehbar gewesen, dass sie mich kein bisschen packen konnten. Zusätzlich dazu, dass im Grunde vom ersten Kapitel an der Rest der Handlung offensichtlich ist, gibt die Autorin auch noch jedes Mal, bevor etwas geschieht, viele deutliche Hinweise. Das hat keinerlei Spannung aufkommen lassen und das Nachgrübeln über eine Lösung überflüssig gemacht.
Dazu trägt auch bei, dass das Buch im Grunde kaum Handlung hat. Die Geschichte drehte sich ständig im Kreis, Szenen wiederholten sich immer wieder und die meiste Zeit befasst sich Rachel ohnehin mit den Gefühlen der diversen Charaktere, die schon im ersten Kapitel mehr als deutlich gemacht wurden. Nur sie als Protagonistin hat da leider überhaupt keinen Durchblick. Jedes Mal, wenn die Tatsachen ihr ins Gesicht gesagt oder vor Augen geführt werden, war ich erleichtert, dass die Handlung sich dann endlich würde weiterentwickeln können. Aber irgendwie hat Rachel es geschafft, sich jedes Mal einzureden, dass das nicht die Wahrheit ist. Und dann ging der Kreislauf wieder von vorne los. Das hat mich in die Verzweiflung getrieben. Bis am Ende dann alle Entwicklungen, die möglich gewesen wären, schnell noch auf die wenigen letzten Seiten gequetscht wurden.

Fazit:
Obwohl der Klappentext interessant klang, war das Buch überhaupt nicht mein Ding. Über das erste Kapitel, das gleichermaßen unrealistisch wie vorhersehbar war, habe ich mich maßlos geärgert. Anschließend habe ich mich durch die Geschichte gelangweilt, weil sich die Handlung ständig im Kreis drehte, jegliche Emotionalität fehlte, jede Entwicklung offensichtlich und das Ende von Anfang an vorhersehbar war. Einzig der Schreibstil hat mir gefallen, weil sich das Buch dadurch wenigstens schnell und flüssig lesen ließ. Dafür bekommt „Die Achse meiner Welt“ gerade noch so die zweite Schreibfeder.

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