Donnerstag, 9. Februar 2017

[Rezension] Us: Du und ich für immer – Sarina Bowen und Elle Kennedy


 Titel: Us – Du und ich für immer
Autor: Sarina Bowen und Elle Kennedy
Verlag: LYX
Erscheinungsdatum: 13. Januar 2017
Einband: Softcover
Seiten: 350
ISBN: 978-3-736303-85-0
Preis: 10,00 € [D]

Klappentext:
Ryans und Jamies gemeinsames Glück droht wie eine Seifenblase zu zerplatzen, als Ryans Teamkollege in das Apartment über ihnen einzieht. Jetzt könnte auffliegen, dass sie ein Paar und bis über beide Ohren ineinander verliebt sind. Denn eins ist sicher: Sollten die Medien erfahren, dass Ryan Wesley – aufstrebender Star der National Hockey League und Liebling der Fans – schwul ist, wird das seine Karriere zerstören. Und plötzlich steht Wes vor der schwersten Entscheidung seines Lebens ...

Einordnung:
- Him: Mit ihm allein (Teil 1) 
- Us: Du und ich für immer (Teil 2)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Nachdem ich den ersten Band der Reihe verschlungen habe, musste der zweite Teil auch direkt bei mir einziehen. Innerhalb eines Tages habe ich das Buch inhaliert. Es hat mir tatsächlich noch besser gefallen als der erste Teil, weil alle positiven Aspekte weiter ausgebaut wurden und mein Kritikpunkt hier kaum zum Tragen kam, denn besonders viel Sex haben die beiden Protagonisten in diesem Teil nicht. Außerdem habe ich jetzt das dringende Bedürfnis, mir mal ein Eishockeyspiel anzusehen.

Dieses Buch war wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Obwohl Jamie und Wes geplant haben, wie es mit ihrem Leben weiter gehen soll, stellt sich das alles als nicht ganz so einfach heraus. Bis zum Ende der ersten Saison will Wes mit seinem Outing warten, um vielleicht bis dahin so viel Fuß gefasst zu haben, dass seine Karriere keinen größeren Schaden nimmt. Doch das bedeutet auch, dass er sich ständig zwischen seinen Teamkameraden und Jamie entscheiden muss, wenn es um die Planung abendlicher Aktivitäten geht. Außerdem sehen sie sich ohnehin nicht mehr besonders häufig, denn Wes‘ Spiele, für die er quer durch Kanada und die USA reisen muss, überschneiden sich häufig mit der Zeit, in der Jamies Mannschaft ausnahmsweise mal kein Spiel hat – und andersherum. Darüber hinaus trainiert Jamie sechzehnjährige Teenager, die morgens um 6.30 Uhr noch vor der Schule zur ersten Trainingseinheit anrücken, sodass er abends immer früh ins Bett geht, während Wes oftmals erst spät am Abend nach Hause kommt und dafür bis in den Vormittag schläft. Allein zu lesen, wie sie sich die Türklinke oft nur in die Hand geben, hat mich schon ganz verrückt gemacht. Da kamen Jamie und Wes deutlich besser mit der Situation zu Recht.
Aber gleichzeitig merkt Wes, dass eine Profikarriere im Eishockey tatsächlich sein Lebenstraum ist. Für diesen Traum gibt er alles, auch wenn er versucht, Karriere und Beziehung unter einen Hut zu bringen. So leidenschaftlich, wie Wes vom Eishockey berichtet, konnte ich ihn da absolut nachvollziehen. Jedes Mal, wenn nach einem Tor oder einem Sieg oder einem Lob das Adrenalin durch seine Adern gerauscht ist, dann konnte ich das auch spüren und war stolz auf ihn. Diese Freude war wirklich mitreißend.
Auf der anderen Seite berichtet aber gleichzeitig Jamie von Schwierigkeiten in seinem Beruf als Coach und von den Zweifeln, die ihm bezüglich Wes kommen. Für ihn ist es nicht leicht, ihre Beziehung geheim zu halten. Gerade wenn sie sich zufällig in der Öffentlichkeit treffen und so tun müssen als wären sie nur Mitbewohner, wird seine Verzweiflung sehr deutlich. Ich habe mit ihm gelitten, als sich nach und nach seine Probleme mit Wes, seine Schwierigkeiten im Job, das ungewohnt ungemütliche Klima und die Tatsache, dass er keinerlei Freunde in Toronto hat, vor ihm aufgetürmt haben. Er braucht dieses Outing genauso sehr wie Wes es gar nicht gebrauchen kann. Dass ich beide Perspektiven gleichermaßen nachvollziehen konnte, war wirklich herzzerreißend.

Gott sei Dank ist das Buch aber nicht nur dramatisch und düster, denn es gibt auch viele witzigen Szenen. Beinahe immer daran beteiligt ist Wes‘ Teamkollege Blake, der ins gleiche Haus zieht, überhaupt keinen Respekt vor Privatsphäre hat und zudem dermaßen taktlos ist, dass mir manchmal der Mund offen stehen geblieben ist. Ständig platzt er zu Wes und Jamie in die Wohnung, für die er sich einfach so einen Zweitschlüssel hat anfertigen lassen, okkupiert ihren Fernseher und plündert ihren Kühlschrank. Mehrfach stört er dabei die romantische Zweisamkeit und belastet die Beziehung der beiden noch mehr. Doch wie schon Jamie und Wes hatte auch ich meine Probleme, ihm böse zu sein. Obwohl sein Verhalten und seine ganze Art darauf ausgelegt sind, nervtötend zu sein, ist er so loyal, kindlich begeistert und hoffnungslos gutherzig, dass ich ihn einfach mögen musste. Ab dem Moment, in dem mir das klar wurde, bin ich jedes Mal in prustendes Gelächter ausgebrochen, wenn er ungestüm durch die Tür gerauscht kam.
Das gilt übrigens nicht nur für Blake, sondern auch für viele andere Teamkameraden. Oftmals benehmen sie sich einfach wie übergroße Kinder mit viel zu viel Energie. Das macht sie sehr liebenswert und führt zu der einen oder anderen witzigen Situation. Trotzdem zeigen sie in den richtigen Momenten, dass sie reife, erwachsene Männer sind. Ihr Umgangston ist häufig ziemlich rau, aber sie stellen immer sicher, dass die Botschaften, die hinter den wüsten Ausdrücken stecken, auch wirklich ankommen. Und sie sind ein so selbstbewusst und selbstverständlich loyaler Haufen, dass es jedes Mal herzerwärmend war, von ihnen zu lesen.

Fazit:
Für die Rezension über dieses Buch nachzudenken, hat mich so begeistert, dass ich es direkt noch einmal lesen könnte. Ich bin wirklich hin und weg. Das Buch war eine Berg- und Talfahrt für die Emotionen. Wes‘ unbändige Freude am Eishockey ist jedes Mal zu spüren, wenn er das Eis betritt. Gleichzeitig habe ich mit Jamie gelitten, weil sein Leben längst nicht so verlaufen ist wie geplant. Dass ich beide Positionen nachvollziehen, aber keine Lösung sehen konnte, war wirklich herzzerreißend. Mit Wes‘ Teamkollegen hat das Buch außerdem aber auch noch jede Menge Witz. Insbesondere der Kindskopf Blake hat mich Tränen lachen lassen. Doch auch die anderen sind so schrecklich loyal, charmant und gutherzig, dass Szenen mit ihnen mich wirklich berührt haben. „Us – Du und ich für immer“ wird mir noch lange im Kopf bleiben und bekommt dafür definitiv alle fünf Schreibfedern.

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