Sonntag, 26. Februar 2017

[Rezension] A little something different – Sandy Hall


 Titel: A little something different
Autor: Sandy Hall
Verlag: Swoon Reads
Erscheinungsdatum: 28. August 2014
Einband: Softcover
Seiten: 242
ISBN: 978-1-447273-83-7
Preis: 7,99 € [D]

Klappentext:
Lea and Gabe are in the same creative writing class. They get the same pop-culture references, order the same Chinese food and hang out in the same places. Unfortunately, Lea is reserved, Gabe has issues, and despite their initial mutual crush it looks like they are never going to work things out.
But somehow, even when nothing is going on, something is happening between them, and everyone can see it. Their creative-writing teacher pushes them together. The baristas at the local Starbucks watch their relationship like a TV show. Their bus driver tells his wife about them. The waitress at the diner automatically seats them together. Now they just need to realize that they're meant for each other, and start falling in love ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Normalerweise lese ich keine Liebesromanzen. Aber ich mag Sandy Hall als Autorin. Außerdem ist das Buch kein typischer Liebesroman, denn die Geschichte wird erzählt aus vierzehn Perspektiven. Die Idee fand ich von Anfang an faszinierend, insbesondere, da Lea und Gabe, die eigentlichen Protagonisten, gar nicht zu den Erzählern gehören. Stattdessen berichten ihre Lehrerin und deren Ehefrau, ihre Klassenkameraden, ein Busfahrer, eine Kellnerin, ein Starbucks-Mitarbeiterin, Gabes Bruder, Freunde sowie Mitbewohner der beiden, ein Eichhörnchen und eine Parkbank. Da vor jedem Abschnitt nicht nur der Name des Erzählers, sondern auch seine Verbindung zu Lea oder Gabe genannt wird, z. B. „Sam – Gabe’s brother“, sind diese vielen Perspektiven überhaupt nicht verwirrend. Die Autorin schafft es, dass schon bei der ersten Erwähnung einer Person ein einmaliges Bild von ihr entsteht.

„It smells like snow and I can’t remember where I hid all of my acorns.“
(Squirrel, S. 105)

Auch die Geschichte selbst hat mir wirklich gut gefallen. Größtenteils ist das Buch wirklich witzig. Das ist zwar weniger der Handlung als viel mehr den Erzählern geschuldet, deshalb aber nicht weniger lustig. Insbesondere die Parkbank, die über die Hintern der Personen philosophiert, die sich auf sie setzen, und das Eichhörnchen, das ständig nur ans Essen denkt, haben es mir angetan. Gleichzeitig wird aber auch ein wenig Spannung aufgebaut, denn vielen Erzählern fällt auf, dass mit Gabe irgendetwas nicht stimmt. Da Gabe nie selbst erzählt, kann der Leser lange Zeit miträtseln, was ihm widerfahren ist. Außerdem hat mir auch die Liebesgeschichte selbst gefallen. Lea und Gabe sind wirklich ein Traumpaar. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, warum die Erzähler alle solchen Gefallen an den beiden finden, auch wenn sie es gar nicht wollen. Wie sie sich immer zu unterschiedlichen Zeiten anschauen, kaum mehr als Entschuldigungen miteinander sprechen und sich doch offensichtlich zueinander hingezogen fühlen, ist wirklich niedlich.

„And you two assholes are the most annoyingly cute thing I’ve ever seen.“
(Victor, S. 225)

Obwohl mir die Liebesgeschichte generell gefallen hat, ist sie gleichzeitig auch mein einziger Kritikpunkt. Dadurch, dass die Geschichte nur von anderen Personen erzählt wird, müssen sich Lea und Gabe häufig an öffentlichen Orten über den Weg laufen, damit es einen Zeugen für ihre Begegnung gibt. Dass sie zusätzlich sogar in der Uni noch nebeneinander sitzen und nach mehreren Monaten trotzdem noch kein Wort miteinander gesprochen haben, finde ich dann doch etwas unrealistisch. Mehrfach hatte ich außerdem das Gefühl, dass sie verknallte Teenager sind. Beide haben sich häufig nicht ihrem Alter entsprechend verhalten (Gabe ist 21, Lea etwas jünger), sondern als wären sie fünf oder sechs Jahre jünger. Manchmal war mir damit der Versuch, die beiden süß darzustellen, dann doch etwas zu übertrieben.

Fazit:
Die Idee, eine Liebesgeschichte aus den Perspektiven von vierzehn Beobachtern zu schildern, finde ich immer noch faszinierend. Die Autorin hat das auf eine Weise umgesetzt, die jedem Erzähler einen eigenen Charakter verliehen haben, sodass keine Verwechslungsgefahr besteht. Das Buch ist gleichzeitig witzig, spannend und niedlich. Wie den Erzählern war es auch mir nicht möglich, Lea und Gabe nicht zu mögen. Nur hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass sie beide eher jüngere Teenager als Erwachsene sind. Da war mir die Niedlichkeit dann zu übertrieben. Insgesamt ist „A little something different“ aber ein tolles und süßes Buch, das von mir vier Schreibfedern bekommt.

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