Freitag, 30. Dezember 2016

[Rezension] Princess Reality: Gespieltes Leben – Noemi Caruso



Titel: Princess Reality – Gespieltes Leben
Autor: Noemi Caruso
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2016
Einband: Softcover
Seiten: 222
ISBN: 978-3-740716-12-7
Preis: 9,90 € [D]

Klappentext:
Siara genießt eine hervorragende Ausbildung in einem Schweizer Internat für Thronfolger und andere Adelige aus ganz Europa. Auf Befehl ihres Vaters – dem König von Luandia – kehrt sie mitten im Schuljahr in die Heimat zurück. Ihrem idyllischen Land, das sich zwischen Großbritannien und Island findet, droht ein Krieg – auch die Monarchie droht unterzugehen. Nun ist Siara, die Thronfolgerin von Luandia, die Einzige, die helfen kann. Um das Volk zu besänftigen, lässt sie ihr Leben von Kameras begleiten – von morgens bis abends, beim Ankleiden, beim Reiten, beim Shoppen, bei den Pflichten als Thronfolgerin und bei der Suche nach der großen Liebe. Doch wie soll ein Mann ihr Herz erobern, während die ganze Welt zuschaut und Luandia und ihr Volk in großer Gefahr schweben?

Einordnung:
- Gespieltes Leben (Teil 1)
- Gespieltes Glück (Teil 2)
- noch unbekannt (Teil 3)

Rezension:
Der Klappentext hat mich schon sehr an „Selection“ erinnert und im Buch selbst gibt es auch immer wieder Szenen, in denen ich mich an diese Geschichte erinnert gefühlt habe. Grundbaustein des Buches ist beispielsweise eine Fernsehshow, die Prinzessin Siara veranstaltet, um das Volk von den Konflikten in ihrem Land abzulenken. Dabei trägt sie immer schöne Kleider, die sie zum Teil selbst entworfen hat, und organisiert Bälle. Dort lernt sie eine Menge adelige Männer kennen, von denen sie im Optimalfall einen zum Ehemann nehmen soll. Allerdings liegt der Fokus in „Princess Reality“ nicht ausschließlich auf der Wahl eines Ehemannes. Die Kameras begleiten Siara durch ihr ganz normales Leben, das ab diesem Moment natürlich interessant genug für eine Fernsehsendung sein muss. Daher geht sie vielen verschiedenen Aktivitäten nach.

Da die Show damit außer der Unterhaltung des Volkes aber kein Ziel verfolgt, gibt es kaum Spannung. Die Geschichte hat keinen Höhepunkt, auf den die Handlung hinsteuert. Es wird lediglich von Siaras nicht allzu spannendem Leben berichtet und dabei von einer Szene zur anderen gesprungen, denn wenn in ihrem Leben nichts passiert, ist es auch nicht interessant, darüber zu berichten. Dadurch liest sich das Buch teilweise allerdings wie eine bloße Auflistung von Dingen, die Siara tut. Beispielsweise lernt sie Autofahren, hilft in einer Suppenküche aus, hat Dates, organisiert Partys und so weiter. Das Buch ist zwar schön zu lesen und die Aktivitäten für sich genommen sind durchaus interessant, aber generell plätschert die Handlung eher vor sich hin. Insbesondere die Konflikte im Land, die Bedrohung des Volkes und die Gefahr für die Monarchie, die im Klappentext angekündigt werden, habe ich vermisst. Hin und wieder wird die Situation in einem Nebensatz erwähnt, aber dabei erscheint sie völlig unspektakulär zu sein. Wer auf Spannung hofft, wird enttäuscht.

Das gilt nicht nur für die Handlung generell, sondern auch für die Entwicklungen mit den jungen Männern, die Siara kennenlernt. Am Anfang des Buches wird zwar viel Wert darauf gelegt, die interessanten Männer einzuführen, aber schon vom ersten Moment an unterscheiden sie sich bis auf eine Ausnahme kaum. Siara findet sie alle toll, an jedem reizt sie etwas, mit allen ist sie gerne zusammen und sie alle sind ihr ans Herz gewachsen, obwohl sie kaum mehr als drei- oder viermal Zeit mit jedem von ihnen verbringt. Ehrlich gesagt habe ich noch immer Schwierigkeiten, die Herrschaften auseinander zu halten, und somit natürlich auch keinen Favoriten in der halbherzigen Auseinandersetzung um Siaras Herz. Die Suche nach der Liebe gerät außerdem unter den vielen Aktivitäten, die Siara für die Show machen muss, irgendwie in den Hintergrund. Teilweise denkt sie eine gefühlte Ewigkeit nicht einmal mehr an ihre männlichen Gäste. Manchmal hatte ich da das Gefühl, dass es passender wäre, wenn Siara am Ende feststellen würde, dass sie lesbisch ist und ihre beste Freundin Sarah heiraten will – die einzige Person außerhalb ihrer Familie, für die sie tatsächlich (wenn auch platonische) Gefühle zu haben scheint. Damit ist auch der romantische Aspekt des Buches nicht besonders weit ausgeführt und auch in dieser Hinsicht gibt es kein Drama, das die Geschichte in Schwung bringen würde.

Fazit:
Die grobe Idee des Buches erinnert sehr an „Selection“. Prinzessin Siara veranstaltet eine Fernsehshow, um das Volk von den Unruhen im Land abzulenken. Allerdings ist von diesen Unruhen im Laufe des Buches überhaupt nichts zu spüren. Auch ist die Geschichte nicht sonderlich spannend, da die Show lediglich zur Unterhaltung dient und Siara damit nur durch ihr Leben begleitet, statt auf einen Höhepunkt zuzusteuern. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es mehrere junge Männer gibt, die als mögliche Ehemänner für Siara in Frage kommen. Bis zum Schluss hatte ich Probleme, diese Männer auseinander zu halten, weil sie kaum vorkommen und Siara für alle dieselben oberflächlichen Gefühle hat. Obwohl das Buch also keinerlei Spannung aufweist, ist es schön zu lesen und die Aktivitäten der Prinzessin sind interessant aufbereitet. Als leichte Lektüre für nebenbei bekommt „Princess Reality – Gespieltes Leben“ insgesamt drei Schreibfedern von mir.


Herzlichen Dank an Autorin Noemi Caruso für das Rezensionsexemplar.

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