Montag, 30. Mai 2016

[Rezension] Chroniken der Unterwelt: City of Ashes – Cassandra Clare



Titel: Chroniken der Unterwelt – City of Ashes
Autor: Cassandra Clare
Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Juni 2008
Einband: Hardcover
Seiten: 473
ISBN: 978-3-401061-33-7
Preis: 17,99 € [D]

Klappentext:
Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Aber was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Doch die Unterwelt ist noch nicht bereit, sie gehen zu lassen. Als Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal – und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt.

Einordnung:
- City of Bones (Teil 1) 
- City of Ashes (Teil 2)
- City of Glass (Teil 3)
- City of Lost Souls (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Der zweite Band der Reihe braucht überraschend lange, bis die Handlung endlich wirklich anläuft. Clary versucht, sich aus ihrem neuen Leben zurückzuziehen und wieder so zu leben wie vor den Geschehnissen im ersten Band. Dementsprechend langweilig sind die Beschreibungen ihrer Tätigkeiten und der Dinge, die sie erlebt. Unterbrochen wird dies nur hin und wieder durch Szenen aus Jace‘ Perspektive. Doch sein Leben scheint ohne Clary beinahe genauso langweilig zu sein. Es dauert mehr als 100 Seiten, bevor die Geschichte endlich ins Rollen kommt und irgendetwas anderes passiert als dass die Charaktere mehr oder weniger offensichtlich miteinander ‚rummachen‘, wie Clary so schön sagt.

Ab da wird das Buch aber wirklich gut. Einige Geheimnisse aus dem ersten Band werden gelüftet, während gleichzeitig neue Fragen in den Raum geworfen werden. Damit entwickelt sich die Geschichte und die Handlung kontinuierlich weiter und ist nicht bloß ein typischer Mittelteil. Außerdem bekommt der Leser gemeinsam mit Clary noch mehr von der verborgenen Welt zu sehen. Besonders interessant ist dabei der Besuch am Lichten Hof, als sie gemeinsam die Welt der Elben, Feen und Nixen betreten. Schnell wird deutlich, wie tückisch Kreaturen sein können, die die Schönheit von Engeln und Abgebrühtheit von Dämonen besitzen. Auch ein genauerer Einblick in das Leben als Vampir wird gegeben, sodass nach und nach immer mehr Teile der verborgenen Welt offenbart werden.

Auch die Spannung steigt nach dem schwerfälligen Einstieg deutlich an. Dabei sind vorhersehbare Geschehnisse ebenso mitreißend wie überraschende Ereignisse. An vielen Stellen ist offensichtlich, dass die Figuren mit ihrer Dickköpfigkeit alles gegen die Wand fahren werden. Der Leser kann sehr deutlich sehen, wie die Figuren ins offene Messer rennen. Dass die Charaktere das jedoch nicht zu bemerken scheinen, zerrt an den Nerven. Besonders Jace scheint mit verbundenen Augen herum zu laufen, seit sein Leben mit Clarys Auftauchen etwas aus der Bahn geworfen wurde. Mehrfach wollte ich ihn schütteln und ihn anschreien, nicht so ein Idiot zu sein. Insbesondere in den letzten Kapiteln des Buches wird die Handlung dann aber immer unvorhersehbarer. Die Autorin wartet mit einigen Wendungen auf und plötzlich schweben alle Charaktere in akuter Lebensgefahr. Dort erreicht die Spannung ihren Höhepunkt.

Fazit:
Der zweite Band braucht mehr als 100 Seiten, um Fahrt aufzunehmen. Nachdem zu Beginn überhaupt nichts passiert, steigen danach Informationsgehalt und Spannung deutlich an. Während Jace immer wieder ins offene Messer rennt, erfährt Clary viel über den Rest der verborgenen Welt, beispielsweise bei einem Besuch am Lichten Hof. In den letzten Kapiteln spitzt sich die Situation dann deutlich zu und bringt alle Charaktere in Lebensgefahr, unabhängig von ihrer Spezies und ihrer Macht. Wegen der sehr langen Anlaufzeit bekommt „City of Ashes“ aber trotzdem nur vier Schreibfedern.


Samstag, 28. Mai 2016

[Rezension] Chroniken der Unterwelt: City of Bones – Cassandra Clare



Titel: Chroniken der Unterwelt – City of Bones
Autor: Cassandra Clare
Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Januar 2008
Einband: Hardcover
Seiten: 500
ISBN: 978-3-401061-32-0
Preis: 17,99 € [D]

Klappentext:
Gut aussehend, düster und sexy. Das ist Jace. Verwirrt, verletzlich und vollkommen ahnungslos. So fühlt sich Clary, als sie in Jaces Welt hineingezogen wird. Was Clary nicht ahnt: Jace ist ein Dämonenjäger. Und als Clary mitten in New York City von den Kreaturen der Unterwelt angegriffen wird, muss sie schleunigst ein paar Antworten auf ihre Fragen finden. Denn sonst wird die Geschichte ein tödliches Ende nehmen!

Einordnung:
- City of Bones (Teil 1)
- City of Ashes (Teil 2)
- City of Glass (Teil 3)
- City of Lost Souls (Teil 5)

Rezension:
Nachdem ich den Film und die Serie gesehen habe, musste ich das Buch auch unbedingt lesen, obwohl ich Teile der Handlung schon kannte. Das hat der Geschichte aber nicht die Spannung genommen und ist auch nicht der Grund, warum ich nicht vollends begeistert vom ersten Teil der Reihe bin. Der Grund dafür liegt eher darin, dass mir die meisten Charaktere zu Beginn überraschend unsympathisch waren. Besonders trifft das auf die Protagonistin Clary zu, die mit ihren 15 Jahren noch immer ein pubertierender Teenager ist, schnell aufbrausend und leichtgläubig. Im Laufe der Zeit wächst sie jedoch mit ihren Aufgaben und wird reifer, womit sie mehr an die Serien-Clary erinnert, mit der ich mich deutlich mehr identifizieren konnte. Vor allem beginnt sie, selbstständiger zu denken, statt alles zu fressen, was ihr vor die Nase geworfen wird.
Im Gegensatz dazu entwickelt sich der Schattenjäger Jace kaum weiter. Er ist von Anfang an von sich selbst, seinem Aussehen und seinem Charme überzeugt und hat keine Hemmungen, das auch jeden wissen zu lassen. Seine unglaubliche Arroganz zerstört mehr als eine Szene und macht ihn mir enorm unsympathisch. Das kann auch seine schwere Kindheit nicht wettmachen.
Überraschenderweise galt das zu Beginn auch für seine Schwester Izzy, die ich in der Serie wirklich ins Herz geschlossen hatte. Sie benimmt sich Clary gegenüber äußerst unfreundlich und scheint auch kaum gewillt, ihre Position als einziges Mädchen im Institut aufzugeben. Obwohl sie, im Gegensatz zu ihrem Bruder Alec, keinen Grund hat, Clary nicht zu mögen, macht sie das bei jeder Gelegenheit deutlich. Sie ist Clary in jeder Hinsicht überlegen, von der Körpergröße über das Selbstbewusstsein bis zur Erfahrung im Kampf, aber sie hackt trotzdem auf ihr herum. Doch sie entwickelt sich weiter, sodass sich meine Abneigung im Laufe des Buches in Sympathie verwandelt hat.

Wirklich positiv aufgefallen sind mir in diesem Buch die unterschiedlichen Liebesgeschichten. Jede Figur wird mitsamt ihrer Gefühle mindestens einmal Thema, ohne dass die Autorin dabei die eigentliche Handlung aus den Augen verloren hat. Im Rahmen der Geschichte wird nebenbei die gesamte Vielfalt betrachtet, die die Liebe zu bieten hat: Nicht jede Figur hat das Glück, dass ihre Liebe erwidert wird und schon relativ schnell stellt sich heraus, dass sich das in einigen Fällen auch niemals ändern wird. Andere Charaktere haben doch irgendwo noch die Chance, dass ihre Gefühle vielleicht einmal erwidert werden. Es gibt geheime, verbotene und geduldete, wenn auch nicht verstandene Liebe. Am meisten mitgerissen hat mich jedoch das Drama in der Liebesgeschichte der Protagonistin Clary. Natürlich steht von Anfang an außer Zweifel, dass an irgendeiner Stelle ein fürchterliches Drama geschehen und alles zerstören wird, aber Art und Ausmaß der Tragödie habe ich so noch nicht gelesen. Selbst als Leserin habe ich mich absolut machtlos gefühlt.

Außerdem gefällt mir auch die ganze Welt, die die Autorin sich ausgedacht hat. Als riesiger Supernatural-Fan habe ich eine Schwäche für Engel und Dämonen, auch wenn das hier anders umgesetzt ist. Mir gefällt, wie mit Legenden, Mythen, Märchen und religiösen Texten gespielt wird. Gleichzeitig ist der Übergang zur Realität fließend, beispielsweise als deutlich wird, dass alle Religionen die Schattenjäger unterstützen, weil jede Religion von den Dämonen weiß und sie auf die eine oder die andere Art in ihren Glauben integriert hat. Immer wieder gibt es in der Realität verankerte Anspielungen, die den Eindruck entstehen lassen, dass sowohl die Unterwelt mit ihren Bewohnern als auch die Schattenjäger durchaus neben der realen Gesellschaft existieren könnten. Das macht die Geschichte und die Handlung greifbarer.

Fazit:
Obwohl ich den Film und die Serie bereits kannte, war das Buch spannend zu lesen. Die fiktive Unterwelt überschneidet sich häufig mit unserer Realität, sodass die Geschichte greifbarer wird. Nebenbei fließen viele Liebesgeschichten in die Handlung ein, die mich mit ihrer Vielfalt überzeugen konnten. Insbesondere das Drama um Clarys Herz ist wirklich gelungen. Etwas enttäuscht war ich nur zu Beginn von den Charakteren, die mir nahezu alle unsympathisch waren. Bei Clary und zum Glück vor allem bei Izzy hat sich das aber im Laufe der Geschichte geändert. Insgesamt bekommt „City of Bones“ daher vier Schreibfedern von mir.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Neuzugänge #62


Das ist das erste Mal seit einer Ewigkeit, dass ich wieder impulsiv Bücher gekauft habe. Die letzten Neuzugänge waren alle geplant, gut überlegt oder Geschenke. Diesmal allerdings nicht. Jetzt kann ich dem Geld nur noch hinterher winken... Aber ich bereue nichts!



Aus Langeweile habe ich mir abends "Chroniken der Unterwelt - City of Bones" angesehen, als der Film zufällig im Fernsehen lief. Obwohl ich den Film nicht besonders gut fand, ist bei den Zusammentreffen von Alec und Magnus irgendwie mein Schwulen-Radar angesprungen. Hoffnungsvoll habe ich es gegooglet. Der Rest ist schnell erzählt: Ich habe an zwei Tagen die gesamte Serie durchgesuchtet. (Die ich übrigens an vielen Stellen auch nicht besonders gut finde.) Gleichzeitig habe ich "City of Bones" und "Die Chroniken des Magnus Bane" bestellt, um auch die Bücher zu lesen. Und alle anderen Geschichten, die mit Alec, Magnus oder beiden zu tun haben. Sie sind meine absoluten Lieblinge, auch nachdem ich inzwischen "City of Bones" halb gelesen habe.
Damit ich die Geschichte direkt weiter lesen kann, wenn ich den ersten Band beendet habe, habe ich dann bei Thalia ganz impulsiv auch direkt noch die nächsten fünf Bände bestellt: "City of Ashes", "City of Glass", "City of Fallen Angels", "City of Lost Souls" und "City of Heavenly Fire". Mir war gar nicht bewusst, wie alt die Bücher eigentlich schon sind. Es hat mich wirklich überrascht, dass ich ein paar Tage warten musste, bis sie sie alle für mich zusammen gesammelt hatten. Doch jetzt sind sie da! (Und mein Konto leer.)
Nicht ganz so impulsiv kam als letztes noch "Helden des Olymp - Der Sohn des Neptun" herein geschneit. Ich hasse es, Versandkosten zahlen zu müssen. Da bestelle ich lieber ein gebrauchtes Buch dazu, das Geld ist wenigstens sinnvoll angelegt. Wenn das so weiter geht, habe ich dann in drei Monaten auf diese Weise die ganze Reihe zusammen gesammelt.

Sonntag, 8. Mai 2016

[Rezension] Element8: Das Flüstern der Erde – Wolfgang Kirchner



Titel: Element8 – Das Flüstern der Erde
Autor: Wolfgang Kirchner
Verlag: Shadow Press
Erscheinungsdatum: 16. März 2016
Einband: Softcover
Seiten: 424
ISBN: 978-3-950422-31-3
Preis: 7,90 € [D]

Klappentext:
Rätselhafte Dinge geschehen im Flüsterwald, der Heimat der jungen Erdläuferin Narna Feuervogel. Eine uralte Prophezeiung scheint sich zu erfüllen, die von finsteren Zeiten kündet. Als Narna aus ihrem Dorf verstoßen wird, beginnt eine schicksalhafte Reise für sie. Kann sie das Erdvolk vor der dunklen Bedrohung bewahren?
Auch Kreton Morgenwasser, ein pedantischer Vikar mit gespaltener Lippe, hat in einer Vision die Zeichen erkannt. Zusammen mit seinem Gehilfen Talias und dem schrulligen Forscher Kornilius macht er sich auf die Suche nach einem verschollenen Artefakt, das ihm die Macht verleihen soll, die Welt zu retten.
Doch die Schatten sind näher, als er glaubt ...

Einordnung:
- Das Flüstern der Erde (Teil 1)
- bei genug Interesse am ersten Band erscheinen weitere Teile

Rezension:
Ich bin kein Leser von High Fantasy Romanen, aber das Buch klang spannend, also habe ich mich trotzdem um ein Rezensionsexemplar beworben. Nach den ersten 100 Seiten war mir klar, dass ich das doch nicht hätte tun sollen. Ich habe das Buch schlichtweg nicht verstanden. Zum Teil liegt das an den vielen Namen für Charaktere, Völker, Städte und Gebiete, die sich der Autor ausgedacht hat. Über einen anderen Leser bin ich zufällig darauf gestoßen, dass es für diese Begriffe ein Glossar im Anhang gibt, sodass ich zumindest dieses Hindernis aus dem Weg räumen konnte. Doch es sind nicht nur die Namen, sondern auch die Handlung, die ich bis jetzt zum Teil nicht nachvollziehen kann. Die Kapitel werden abwechselnd aus den Perspektiven der Erdläuferin Narna und des Vikars Kreton erzählt, aber selbst innerhalb eines Kapitels hatte ich häufig das Gefühl, dass ich ganze Abschnitte verpasst habe. Es gab Sprünge in den Erzählungen und vollkommen wirre Aneinanderreihungen von Ereignissen, die nicht allein durch Narnas halluzinogene Pilze zu erklären sind. Noch weit über die Mitte des Buches hinaus habe ich mich gefragt, worum es in der Geschichte eigentlich geht. Daher habe ich die meisten Seiten eher überflogen.

Auch die Charaktere haben mir nicht geholfen, mich mit der Geschichte anzufreunden. Bis auf eine Ausnahme sind sie mir allesamt unsympathisch. Mit weiblichen Protagonisten habe ich generell häufig ein Problem, doch Narna erschien mir im Klappentext wie eine starke Frau. Letztendlich agiert sie aber meist eher wie ein pubertierender Teenager und ging mir damit relativ bald auf die Nerven. Sie ist impulsiv und lässt sich häufig von ihren Gefühlen leiten, um immer das zu bekommen, wonach ihr gerade ist: Rache, Sex und ihre Pilze sind nur einige Beispiele. Ihre Gedanken und Gefühle springen so schnell hin und her, dass es regelrecht anstrengend ist, dem zu folgen.
Die andere Hälfte der Geschichte erzählt der Geistliche Kreton Morgenwasser, dessen Abstammung ich dem Buch nicht entnehmen konnte, auch wenn er enge Verbindungen zum Lichtvolk zu haben scheint. An ihm ist absolut alles unsympathisch und mir zum Teil auch völlig unverständlich. Beispielsweise hat er nachts immer wieder erotische Träume von einer Frau, worin er eine Sünde sieht, sodass er sich dafür selbst auspeitscht – mit seiner Peitsche, die er Isolde getauft hat. Außerdem manipuliert er seine Mitmenschen, wo immer es ihm möglich ist oder Vorteile bringt. Er lügt und betrügt und besticht und behandelt diejenigen, die für ihn arbeiten, wie den letzten Dreck, allen voran seinen Gehilfen Talias.
Dieser ist mir als einzige Figur des Buches sympathisch. Er lässt sich durch die herablassende, verachtende Art Kretons und die ständige Schinderei, die ihm nie auch nur ein Wort des Lobes einbringt, nicht unterkriegen. Er ist intelligent und freundlich und ohne Vorurteile. Sein Herz ist am rechten Fleck, sodass er Mitgliedern jedes Volkes freundlich gegenüber tritt und erkennt, wann er einschreiten muss, um dunkle Machenschaften zu verhindern.

Außer Talias konnte mich auf den letzten Metern nur noch der Grundgedanke der Geschichte überzeugen. In Artei, der Welt, in der das Buch spielt, gibt es acht Elemente, denen jeweils ein Volk zugeordnet wird: Erde, Licht, Erz, Luft, Feuer, Wasser, Zeit und Schatten. Die Völker der ersten sieben Elemente leben in Artei, das nun durch Schatten bedroht wird. Um dieser Bedrohung Herr zu werden, sucht Kreton Morgenwasser nach einem mächtigen Artefakt. Leider hat sich mir dieser Erkenntnis erst auf den letzten 50 Seiten offenbart. Obwohl sich, rückblickend, die ganze Geschichte darum dreht, ist der Weg zum Ziel viel zu umständlich und ereignislos als dass ich ihm Spannung oder Leselust hätte abgewinnen können. Die letzten Seiten beinhalten Handlung, Spannung, Wendungen und vor allem Informationen, während bis dahin nur zwei Charaktere und ihre Freunde oder Gehilfen durch die Gegend zogen, sich im Kreis drehende Gedanken hatten und völlig unzusammenhängende oder sinnfreie Dinge taten. Leider kam die Wende erst, nachdem ich mich mühsam durch 350 Seiten gequält hatte.

Fazit:
Obwohl ich kein Leser von High Fantasy Romanen, hat mir die grundsätzliche Idee der Geschichte gefallen. Leider wurde diese erst auf den letzten Seiten deutlich. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich mich durch die Seiten gequält und sie eher überflogen, während ich darauf gewartet habe, den Sinn der Geschichte zu verstehen. Viele Dinge sind mir nach wie vor unklar, aber das Grundkonzept habe ich jetzt im Nachhinein verstanden. Da die Charaktere bis auf eine Ausnahme allesamt extrem unsympathisch sind, haben sie auch nicht geholfen, mir die Geschichte schmackhaft zu machen. Obwohl mich das Buch am Ende doch irgendwie noch ein bisschen packen konnte, werde ich die Reihe wohl nicht weiterverfolgen und vergebe an „Element8 – Das Flüstern der Erde“ auch nur zwei Schreibfedern.


Vielen Dank an den Verlag Shadow Press und Bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar.

Samstag, 7. Mai 2016

[Rezension] Opposition: Schattenblitz – Jennifer L. Armentrout



Titel: Opposition
Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 29. April 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 411
ISBN: 978-3-551583-44-4
Preis: 19,99 € [D]

Klappentext:
Katy kann noch immer nicht glauben, dass Daemon sie verlassen und sich der Armee der Lux angeschlossen hat. Seit deren Invasion ist ein Krieg ausgebrochen, der schon viele Menschenleben gekostet hat. Niemand ist mehr sicher, doch um der schwangeren Beth zu helfen, wagt Katy sich aus dem Haus. Als ihr größter Wunsch in Erfüllung geht und sie Daemon begegnet, scheint dieser jegliche Gefühle für sie verloren zu haben. Katy muss herausfinden, ob noch etwas von dem Daemon, den sie liebt, in ihm steckt – bevor alles verloren ist.

Einordnung:
Obsidian: Schattendunkel (Teil 1, Katy) 
- Oblivion: Lichtflüstern (Teil 1, Daemon)
Onyx: Schattenschimmer (Teil 2, Katy) 
- Oblivion: Lichtflimmern (Teil 2, Daemon)
Opal: Schattenglanz (Teil 3, Katy) 
- Oblivion: Lichtflackern (Teil 3, Daemon)
Origin: Schattenfunke (Teil 4, Katy) 
- noch unbekannt (Teil 4, Daemon)
- Opposition: Schattenblitz (Teil 5, Katy) 
- noch unbekannt (Teil 5, Daemon)
Die Geschichte wird vollständig aus beiden Perspektiven erzählt. Um Dinge mit Katy zu entdecken und Überraschungen zu erleben, würde ich jedoch empfehlen, zuerst alle Bücher aus ihrer Perspektive zu lesen.

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten vier Teile enthalten!

Im finalen Teil passieren viele Dinge von der ersten Seite an Schlag auf Schlag. Es wird gar nicht richtig an die Dinge erinnert, die am Ende des letzten Teils geschehen sind. Hin und wieder drängen sich Katy die Gedanken daran auf, die aber nur in zwei oder drei Sätzen geschildert werden, bevor der Fokus wieder auf der aktuellen Handlung liegt. Bereits am Ende des ersten Kapitels hat sich die angespannte Lage noch weiter zugespitzt. Diese Spannung hält beinahe das gesamte Buch über an, denn obwohl das Ende des vierten Buches schon der Höhepunkt der Katastrophe zu sein schien, geht im fünften Teil alles noch weiter den Bach runter. Es stellt sich heraus, dass Daedalus gar nicht so Unrecht hatte, denn die Lux sind eindeutig nicht in friedlicher Absicht gekommen. Das führt zu vielen tödlichen Zusammenstößen, denn die Menschen sind den Aliens weit unterlegen. Als ich mich dem Ende des Buches näherte, war immer noch nicht absehbar, wie die Geschichte gut enden sollte. Ich bin geradezu durch die Seiten geflogen, denn das Buch bietet mehr als die Lösung des Problems, das in der ersten vier Teilen aufgebaut wurde.

Nichtsdestotrotz habe ich mir an einigen Stellen noch mehr erhofft als ich schlussendlich bekommen habe. Dass Dawson, Daemon und Dee mit den Lux gegangen sind, stellt Katys Gefühlsleben natürlich völlig auf den Kopf. Doch statt in ihrem Kummer zu versinken, bewirkt Daemons Abwesenheit, dass sie sich mehr um die Situation kümmern und dementsprechend mehr Inhalt für den Leser liefern kann. In der Zeit, in der Katy und Daemon getrennt sind, erfährt der Leser sehr viel über die Invasion der Lux, über ihre Kräfte und über den Zustand der Welt. Die Nachrichten berichten von zahlreichen Meteoriteneinschlägen, die sich nach und nach als Alien-Invasion erweisen. Katy wird Zeuge der ungeheuren Kräfte der Lux und beobachtet ihre Assimiliationsprozesse und ihre unglaubliche Zerstörungswut. Gleiches gilt für die Szenen, die aus Daemons Perspektive erzählt werden. Hier erfährt der Leser mehr über die Gedanken und Pläne der Lux sowie ihre Gefühllosigkeit.
Sobald sich Katy und Daemon jedoch das erste Mal wiedersehen, rücken Informationen über die Lage und detailliertere Beschreibungen ein wenig in den Hintergrund. Der Fokus des Buches liegt für mich zu sehr auf der Liebesgeschichte. Alle anderen Dinge kommen irgendwie zu kurz, obwohl es um einen Kampf gegen unzählige Aliens geht, die die Macht über die Erde übernehmen und die gesamte Menschheit vernichten wollen. Es entstehen durchaus Pläne, um dagegen vorzugehen, sodass die Spannung trotzdem erhalten bleibt, doch die Beschreibung der Umsetzung dieser Pläne beschränkt sich meist auf ein paar grobe Informationen zum Verlauf und geht nur in die Tiefe, wenn etwas die Liebe zwischen Katy und Daemon betrifft.
Auf die Spitze getrieben wird das, als der finale Kampf stattfindet. Statt den Kampf und die Kräfte der beteiligen Personen genauer zu beschreiben, dreht sich alles um Katys Gedanken: „Mit Dawson und Beth hatte alles angefangen. (...) Und mit Daemon und mir endete es.“ (S. 367) Diese dramatische, Aufmerksamkeit erregende Aussage verstehe ich bis jetzt immer noch nicht. Mir fällt nichts ein, das mit Dawson und Beth begonnen hat, und alles, was endet, hat nichts oder nicht ausschließlich mit Daemon und Katy zu tun. Besonders an dieser Stelle hätte ich lieber eine Beschreibung des Kampfes gelesen als die sich wiederholenden Gedanken an Katys unsterbliche Liebe zu Daemon.

Fazit:
Der finale Band der Reihe beginnt so rasant wie der Vorgänger endete. Es gibt keine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse, sondern direkt neue Handlung, sodass sich die Lage bereits am Ende des ersten Kapitels noch weiter zuspitzt. Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch, da die Lux immer wieder als übermächtige, unbesiegbare Gegner auftreten. Obwohl mir die Handlung, die Spannung und die Lösung des Problems gefallen, ist für mich der Schwerpunkt an der falschen Stelle gesetzt. Statt detailliert die Zustände auf der Erde und die Kämpfe gegen die Lux zu beschreiben, dreht sich meist alles um die Liebe zwischen Katy und Daemon. Da das Buch trotz der dürftigen Beschreibungen und Informationen fesselnd ist, bekommt „Opposition“ vier Schreibfedern von mir.

Sonntag, 1. Mai 2016

[Statistik] April 2016

Endlich ist auch der April geschafft. Diesen Monat habe ich ein Buch mehr gelesen als im März, was aber leider keinen Rückschluss auf die Qualität des Praktikums zulässt. Ich bin wirklich froh, dass ich dieses zweite Praktikum hinter mir habe. Ab jetzt kann ich mich auf meine Bachelorarbeit konzentrieren und nebenbei hoffentlich wieder mehr lesen. Ich fühle mich wie auf Entzug.


Neuzugänge:

- "Witch Hunter - Johns Geschichte" von Virginia Boecker [Geschenk]
- "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben" von Matt Haig [Rezensionsexemplar]
- "Element8 - Das Flüstern der Erde" von Wolfgang Kirchner [Rezensionsexemplar]
- "Anything Could Happen" von Will Walton [Geschenk]
- "Opposition" von Jennifer L. Armentrout [Kauf]
- "Helden des Olymp - Der verschwundene Halbgott" von Rick Riordan [Kauf]

Gesamtanzahl: 6 Bücher




Gelesen:

- "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben" von Matt Haig (295 Seiten) [3/5]
- "Witch Hunter" von Virginia Boecker (383 Seiten) [4/5]
- "Selbstmanagement - ressourcenorientiert" von Maja Storch und Frank Krause (424 Seiten) [ohne Rezension]
- "Ressourcen aktivieren mit dem Unbewussten" von Frank Krause und Maja Storch (97 Seiten) [ohne Rezension]

Bücher insgesamt: 4 Bücher
Seiten insgesamt: 1199 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 3,5 von 5 Schreibfedern



Highlight des Monats:

Obwohl sie nicht schlecht waren, hat mich diesen Monat kein Buch umgehauen.


Enttäuschung des Monats:

Die kann ich diesen Monat zum Glück auch nicht angeben.