Freitag, 15. Januar 2016

[Rezension] Nightmares: Die Schrecken der Nacht – Jason Segel und Kirsten Miller



Titel: Nightmares: Die Schrecken der Nacht
Autor: Jason Segel und Kirsten Miller
Verlag: Dressler Verlag
Erscheinungsdatum: 13. November 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 377
ISBN: 978-3-791519-08-1
Preis: 17,99 € [D]

Klappentext:
Schlafe, Charlie, schlaf nicht ein, im Traum wird es noch schlimmer sein...
Kalter Kaffee, Unmengen Wasser, Klebeband zum Augenaufhalten: Der zwölfjährige Charlie versucht alles, um bloß nicht einzuschlafen. Seit er in der Villa seiner neuen Stiefmutter lebt, wird er Nacht für Nacht von absolut gruseligen Albträumen heimgesucht. Aber warum wirken die Monster und Ungeheuer so viel echter als andere Träume? Und was passiert, wenn die Albträume tatsächlich zum Leben erwachen? Charlie muss sich etwas einfallen lassen, wenn er jemals wieder ruhig schlafen will.

Einordnung:
- Die Schrecken der Nacht (Teil 1)
- Die Stunde der Ungeheuer (Teil 3)

Rezension:
Normalerweise verliere ich nicht viele Worte über ein Cover, denn das hat schließlich keine Auswirkungen darauf, ob ich den Inhalt des Buches mag oder nicht, aber hier muss ich doch mal eine Ausnahme machen. Mir gefällt schon die Farbkomposition im Hintergrund, in dem die Farben langsam ineinander übergehen, sodass das Cover nicht übertrieben bunt wirkt, obwohl von Gelb über Rot bis hin zu Blau so gut wie jede Farbe vertreten ist. Außerdem lässt sich auf dem Cover immer wieder etwas Neues entdecken. Unzählige Gestalten, die offensichtlich alle aus Albträumen stammen, sind so durcheinander angeordnet, dass auch nach fünf Minuten immer noch neue Details auffallen. Es gibt allerdings noch einen Grund, aus dem ich das Cover überhaupt erst angesprochen habe: Es leuchtet! Nicht nur der Titel auf dem Cover und dem Buchrücken leuchtet im Dunklen, sondern auch das Gespenst und, vor allem, das Gruselschloss.

Die eigentliche Geschichte hat mich aber ebenfalls überzeugt. Charlie, der Protagonist, versucht mit allen Mitteln, wach zu bleiben, denn wenn er einschläft, hat er schreckliche Albträume. Doch schon bald stellt sich heraus, dass es eben nicht bloß Albträume sind. In der gruseligen Anderwelt existieren alle Monster, die sich jemand im Schlaf ausdenkt, tatsächlich. Dabei hat der Autor seine wilde Fantasie spielen lassen, denn neben den klassischen Gruselgestalten wie Gespenstern, Mumien und Hexen gibt es auch weiße Kaninchen mit riesigen, rasiermesserscharfen Zähnen und andere Fantasiewesen, wie sie sich Kinder durchaus erträumen können. Das sorgt noch einmal für zusätzliche Spannung, denn es ist nie sicher, ob ein schleimiges Monster nicht plötzlich noch seine langen Krallen ausfährt.
In der Anderwelt reihen sich die Albträume aller Menschen wie Flickenteppiche aneinander, sodass jemand, der sich darin bewegt, von einem Albtraum in den nächsten gelangt. An diesem Ort, den der Autor wirklich gruselig geschildet hat, muss sich Charlie seinen Ängsten stellen und seinen Freunden helfen, das gleiche zu tun. Dabei lernt er verschiedene faszinierende Wesen aus den Albträumen anderer Menschen kennen, beispielsweise den Gorgonen Meduso. Genau wie Charlie, fragt sich auch der Leser hin und wieder, wie jemand vor einem bestimmten Wesen bloß Angst haben kann. Doch der Autor erinnert immer wieder daran: Jeder hat vor irgendetwas Angst.

Unter anderem daran wird deutlich, dass das Buch auch zwei Ebenen gelesen werden kann. Einmal ist da bloß die spannende und gruselige Geschichte, aber dann lässt sich auch eine Menge zwischen den Zeilen lesen. Besonders zu Beginn hat der Autor unglaublich berührend Charlies „schwarze Wut“ beschrieben, die ihn immer häufiger überfällt. Der Grund für die Wut ist seine neue Stiefmutter, die er nicht leiden kann und die ihm, seiner Meinung nach, seinen Vater und seinen Bruder stiehlt. Diese Wut bringt ihn dazu, ihr viele gemeine Dinge zu unterstellen und sich immer mehr von seiner Familie zu entfremden. Im Laufe der Geschichte muss Charlie dann aber einsehen, dass blinde Wut nur unglücklich macht und nicht immer alles so schlimm ist, wie es zu sein scheint.
Noch viel größeren Wert legt der Autor allerdings auf die Ängste. Immer wieder betont er, dass jeder Mensch vor irgendetwas Angst hat, und dass jeder stark genug ist, um diese Angst zu überwinden. Das kann ein sehr guter Mutmacher sein, gerade für Kinder mit Albträumen, denn nachdem es ihn fast aufgefressen hat, will sich Charlie nicht länger von seinem Albtraum beherrschen lassen, und kämpft dagegen an. Dabei trifft er noch einige andere Kinder, die es schaffen, sich ihren Ängsten zu stellen und den bösen Träumen damit die Macht über sie zu nehmen. Denn irgendwo sind Albträume dann eben doch nur Albträume.

Fazit:
Dieses gruselige Buch sorgt für gute Unterhaltung und ist gleichzeitig ein Mutmacher. Der Protagonist Charlie erlebt mit fantastischen Wesen Abenteuer im Land der Albträume und schafft es gleichzeitig, seinen eigenen Albtraum zu besiegen, indem er sich seiner Angst stellt. Dabei legt der Autor großen Wert darauf, dass jeder vor irgendetwas Angst hat und dass jeder stark genug ist, um diese Angst zu überwinden. Das alles verpackt er in einer spannenden Geschichte mit gruseligen Monstern, viel Heldenmut und tiefer Freundschaft. Insgesamt bekommt „Nightmares – Die Schrecken der Nacht“ vier Schreibfedern von mir.


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