Freitag, 24. Februar 2017

[Rezension] Tote Mädchen lügen nicht – Jay Asher


Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 08. Oktober 2012
Einband: Softcover
Seiten: 283
ISBN: 978-3-570308-43-1
Preis: 8,99 € [D]

Klappentext:
Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf »Play« – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Eine Ewigkeit lag das Buch auf meinem SuB, obwohl mich die Geschichte von Anfang an interessiert hat. Jetzt habe ich es endlich erlöst. Leider bin ich in allen Belangen ziemlich enttäuscht worden. Unter anderem der Erzählstil hat es mir schwer gemacht, in die Geschichte einzutauchen. Erzählt wird das Buch nämlich auf zwei Ebenen gleichzeitig: Hannah hat Kassetten mit ihrer Geschichte, ihren Erlebnissen und ihren Gedanken besprochen, die nun abgespielt werden. Dadurch erfährt der Leser die Gründe für ihren Selbstmord. Angehört werden die Kassetten von Clay, der gleichzeitig berichtet, was er gerade tut, wie er durch die Straßen läuft und was er über Hannahs Erzählungen denkt. Prinzipiell hat mir die Idee gefallen, auch wenn Clays Ausführungen manchmal überhaupt nichts mit dem zu tun hatten, was Hannah soeben auf der Kassette gesagt hat. Allerdings wechselt das Buch dermaßen schnell zwischen Kassette und Realität hin und her, dass mir regelrecht schwindelig geworden ist. Manchmal wird alle zwei Sätze gewechselt. Und obwohl Hannahs Geschichte in kursiv und Clays Erzählungen in normaler Schrift gedruckt sind, hat mein Hirn bei so vielen schnellen Wechseln irgendwann einfach abgeschaltet. Immer wieder musste ich Seiten mehrfach lesen, um nachvollziehen zu können, wer welchen Satz erzählt hat. Es hat so viel Aufmerksamkeit erfordert, die Formatierungen zu beachten, dass ich bis zum Schluss nie wirklich in die Geschichte eintauchen konnte.

Inhaltlich hatte ich mit der Geschichte auch so meine Probleme. Weder mit Clay noch mit Hannah konnte ich mich wirklich identifizieren. Manchmal hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass ich mit 21 Jahren schon viel zu alt bin, um überdramatische, theatralische Teenager noch verstehen zu können. Gerade in der ersten Hälfte des Buches erzählt Hannah in meinen Augen nämlich eigentlich nur Lappalien. Am Anfang der ersten Kassette sagt sie, dass jeder, der auf den Kassetten erwähnt wird, mit für ihren Selbstmord verantwortlich ist. Aber die ersten Ereignisse, die sie dann schildert, sind beim besten Willen nicht mehr als Nichtigkeiten. Diesen Personen die Kassetten zu schicken und ihnen damit die Schuld für ihren Selbstmord in die Schuhe zu schieben, ist meiner Meinung nach sehr viel schlimmer als die Dinge, die Hannah widerfahren sind. Dadurch konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, wie sie an den Punkt gelangt ist, an dem sie beschlossen hat, sich das Leben nehmen zu wollen.
Als sie diesen Punkt einmal erreicht hatte, wurde das Buch allerdings besser. Ab diesem Moment sind Hannahs Handlungen nur noch auf Selbstzerstörung ausgelegt. Das hat der Autor sehr eindrücklich beschrieben. Damit werden die Dinge, die Hannah widerfahren, in der zweiten Hälfte des Buches deutlich heftiger. Allerdings finde ich es auch hier wiederum unfair, den erwähnten Personen die Schuld in die Schuhe zu schieben, schließlich hat sie das alles absichtlich und sehenden Auges über sich ergehen lassen. Richtig packend fand ich allerdings nur das Ende. Die letzte auf den Kassetten erwähnte Person kann tatsächlich für ihren Selbstmord verantwortlich gemacht werden. Leider hat es damit sehr lange gedauert, bis die Geschichte an einem Punkt ankam, an dem ich sie nachvollziehen konnte.

Obwohl das meine beiden Hauptkritikpunkt an dem Buch sind, habe ich mich auch an vielen Kleinigkeiten gestört, die für mich einfach nicht stimmig waren. Beispielsweise wandert Clay durch die Nacht, während er die Kassetten hört. Er ist völlig gefangen in den Erzählungen und steigt einfach ohne hinzusehen in irgendwelche Busse ein, die dann aber zufälligerweise immer dahin fahren, wo er hin will. Außerdem zwingt Hannah alle auf den Kassetten erwähnten Personen, sie vollständig anzuhören und an den nächsten genannten Namen weiter zu schicken, damit ein zweiter Kassettensatz nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Wieso die Person, die den zweiten Kassettensatz hat, diesen allerdings der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte, ist mir schleierhaft. Außerdem finde ich die Rolle, die Clay bei Hannahs Selbstmord spielt und den Grund, warum er auf den Kassetten vorkommt, mehr als enttäuschend.
Insgesamt finde ich das Buch auch als Schullektüre nicht sonderlich geeignet, denn es werden zwar einige Warnsignale genannt, die auf suizidale Absichten hinweisen können (drastische Veränderungen im Aussehen, Verschenken von Eigentum etc.), aber außer dass jeder nett zu seinen Mitschülern und Mitmenschen sein sollte, enthält das Buch keine Botschaft. Es macht nicht einmal deutlich, dass Suizid kein legitimer Ausweg sein sollte. Nur Lehrer sollte sich das Buch vielleicht einmal ansehen, um sich an den in der Geschichte vorkommenden Lehrern auf keinen Fall ein Beispiel zu nehmen.

Fazit:
Das Buch war für mich eher eine Enttäuschung. Mit dem Erzählstil habe ich mich zum Schluss schwer getan. Den extrem schnellen Wechseln zwischen den Kassetten und der Realität konnte ich manchmal kaum folgen. Außerdem hat mich gerade die erste Hälfte inhaltlich nicht wirklich angesprochen. Ich konnte mich nicht in Hannah hineinversetzen, weil sie in meinen Augen alles einfach überdramatisiert. Erst gegen Ende wurde die Geschichte spannender und nachvollziehbarer. Hinzu kommen dann noch jede Menge Kleinigkeiten, die für mich einfach nicht stimmig waren. Insgesamt war das Buch okay, aber gelesen haben muss man es nicht. Daher bekommt „Tote Mädchen lügen nicht“ drei Schreibfedern von mir.

Dienstag, 21. Februar 2017

[Reading With] Sophias Bookplanet: Tote Mädchen lügen nicht - Update #3

Hier folgt nun das dritte und letzte Update zu meinem "Reading With" mit Sophia von Sophias Bookplanet. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich so viel über die Geschichte auszutauschen. Inzwischen haben wir das Buch beendet, also enthält dieser Post mit ziemlicher Sicherheit Spoiler!


Welches Buch lesen wir?


Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Verlag: cbt
Seiten: 283
ISBN: 978-3-570307-34-2
Preis: 9,99€ [D]

Klappentext:
Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf "Play" - und hört Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat.
Mit Hannahs Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben.
Clay ist einer davon ...


Wann gibt's die Updates?

#1 - Am Anfang - Sa, 11.02.
#2 - In der Mitte - Di, 14.02.
#3 - Am Ende - Di, 21.02.


Wo sind wir gerade?

Seite 283
Das Buch ist damit beendet.


Sophias Fragen:


1. Wie hat sich deine Meinung über den Protagonisten in der letzten Hälfte verändert?
Er hat mir besser gefallen, insbesondere ganz zum Schluss. In der ersten Hälfte hatte ich das Gefühl, dass er einfach nur eine leblose Marionette ist, die nach Hannahs Anweisungen quer durch die Stadt rennt. Das ist in der zweiten Hälfte langsam weniger geworden und insbesondere zum Schluss, als die Kassetten zu Ende sind und Clay endlich nur von sich selbst erzählt, hatte ich das Gefühl, tatsächlich die Erzählung eines Menschen zu lesen.

2. Konntest du Hannahs Entscheidung nun besser nachvollziehen?
Ein Stück weit konnte ich sie besser nachvollziehen, ja. Insbesondere auf der letzten Kassette wird die Ausweglosigkeit der Situation schon deutlich. Nichtsdestotrotz geht es in dem zweiten Teil des Buches ja eigentlich gar nicht mehr darum, ob oder ob nicht. Sie hat die Entscheidung längst getroffen und fährt nur noch einen harten Selbstzerstörungskurs, um sich in ihrer Entscheidung zu bestätigen. Von daher habe ich immer noch Schwierigkeiten, zu verstehen, wie sie an diesen Punkt gekommen ist, aber die Entwicklung von der Entscheidung zur Umsetzung kann ich voll und ganz nachvollziehen.

3. Hättest du gerne erfahren, wie die anderen auf die Kassetten reagiert haben?
Teilweise habe ich das ja erfahren, denn Toby erzählt einige Dinge und Marcus trifft Clay sogar selbst, ebenso wie den Lehrer. Tylers Reaktion lässt sich implizit erschließen und bei Courtney hat Clay auch bestimmte Dinge beobachtet. Also im Grunde werden ziemlich viele Reaktionen auf die Kassetten deutlich. Und das hat mir voll und ganz gereicht. Den Rest kann ich mir gut selbst denken.


Meine Fragen:


1. Wie hat dir das Buch generell gefallen?
Die erste Hälfte fand ich nicht besonders gelungen. In der zweiten Hälfte ist es dann besser geworden, aber mehr als durchschnittlich fand ich das Buch trotzdem nicht. Ich glaube, ich bin einfach zu alt für diese Geschichte. Außerdem bin ich durch mein Psychologie-Studium ziemlich abgehärtet (ich habe echte Menschen getroffen, die aus dem Fenster gesprungen sind oder Tabletten genommen haben). Und ich mag Geschichten nicht, bei denen mir die Moral praktisch ins Gesicht springt. Eine schöne Geschichte, die außerdem noch lehrreich ist, ist schön und gut. Aber eine Moral auszuwählen und da dann eine Geschichte drum rum zu stopfen, geht für meinen Geschmack leider viel zu oft daneben.

2. Hättest du an Clays Stelle die Kassetten auch weiter geschickt?
Ich bin nicht sicher. Vermutlich nicht. Ich denke, ich hätte mit Toby gesprochen und wäre mit ihm und den Kassetten zur Polizei gegangen. Die hätte sich dann um die Dinge kümmern können. Es gibt einige Personen, deren Verhalten durchaus Konsequenzen haben sollte, insbesondere denke ich da an Bryce und den Lehrer. Aber es sind eben auch ziemlich viele Geschichten auf den Kassetten, die längst nicht so dramatisch sind, dass die Protagonisten der jeweiligen Geschichte es verdienen, bis an ihr Lebensende diese Schuld mit sich herum zu tragen. Die erwähnten Personen mögen Hannahs Leben zerstört haben, aber mit diesen Kassetten zerstört sie gleich zwölf Leben! (Ja, zwölf, der Klappentext irrt nicht nur in der Anzahl der Kassetten, sondern auch in der Anzahl der Personen.)

3. Welche Person ist deiner Meinung nach am meisten für Hannahs Selbstmord verantwortlich?
Ganz eindeutig der Lehrer. Er ist erwachsen, während alle anderen nur dumme Teenager sind. Zudem ist er (fast) der einzige, dem Hannah wortwörtlich ins Gesicht sagt, dass sie sich das Leben nehmen wird. Und er tut nichts. Er folgt ihr nicht, er informiert nicht die Eltern, nicht die Schulleitung, nicht die Polizei, nicht den Notarzt. Er tut einfach nichts. Damit ist völlig egal, welche Dinge vorher passiert sind, wer ihr was angetan hat, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hatte und wer alles vielleicht etwas hätte merken können. Er ist die einzige Person, die wusste, dass sie mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen, durch seine Tür gegangen ist. Und weil er nichts getan hat, ist es allein seine Schuld, dass sie es tatsächlich getan hat.


Zu Sophias Antworten geht es hier: Klick!

Rezension folgt am: 24.02.

Sonntag, 19. Februar 2017

[Rezension] Die Auserwählten: Phase Null – James Dashner


Titel: Die Auserwählten – Phase Null
Autor: James Dashner
Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 25. November 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 437
ISBN: 978-3-551520-77-7
Preis: 19,99 € [D]

Klappentext:
Sie sind die Auserwählten. Dazu erkoren, eine Welt zu retten, die längst verloren scheint. Sie sind die Zukunft der Menschheit und ihre einzige Hoffnung. Das glauben sie zumindest. Denn noch ahnen sie nichts von geheimen Allianzen, schockierenden Geheimnissen und unverzeihlichen Lügen. Sie wissen nur, dass sie von ANGST auf die erste Phase des Experiments vorbereitet werden. Das macht die Auserwählten zu Freunden – und damit beginnt der Verrat an Thomas.

Einordnung:
- Kill Order (Prequel) 
- Phase Null (Sequel zum Prequel und Prequel zur Trilogie)
- Im Labyrinth (Teil 1) 
- In der Brandwüste (Teil 2) 
- In der Todeszone (Teil 3) 
Hinweis: Die Einordnung erfolgt anhand der inhaltlichen Chronologie. Da die beiden Prequels jedoch Spoiler zur Trilogie erhalten, empfehle ich Trilogie – Kill Order – Phase Null als Lesereihenfolge.

Rezension:
Kann Spoiler zur Trilogie und zu Kill Order enthalten!

Das Buch, das zeitlich genau die Lücke zwischen dem Epilog aus „Kill Order“ und dem ersten Kapitel aus „Im Labyrinth“ füllt, wird von Thomas erzählt. Es beginnt Ende des Jahres 221, zwei Tage nachdem der fünfjährige Thomas von ANGST abgeholt wurde, und endet am Neujahrstag im Jahr 232, als der dann Fünfzehnjährige ins Labyrinth geschickt wird. Damit erzählt er über einen Zeitraum von zehn Jahren. Allerdings klingt er dabei immer gleich, also von Anfang an wie ein Teenager. Deshalb musste ich tatsächlich jedes Mal die Datumsangabe am Anfang des Kapitels lesen und mir überlegen, wie alt Thomas denn jetzt gerade ist. Denn die Unterschiede bezüglich Satzlänge, Satzverschachtelung und Vokabular sowie logischen Schlussfolgerungen und emotionalem Ausdruck, die ich zwischen einem Fünfjährigen und einem Fünfzehnjährigen erwarten würde, waren für mich absolut nicht ersichtlich.

Dass über einen so großen Zeitraum berichtet wird, zerpflückt außerdem die Handlung ziemlich, weil es nur selten vorkommt, dass aufeinander folgende Kapitel dieselbe Szene beschreiben. Meist finden zwischen den Kapitel Zeitsprünge von mehreren Wochen bis hin zu Jahren statt. Anfangs, als Thomas jeden Tag isoliert von anderen Kindern in seinem Zimmer und beim Unterricht oder beim Arzt verbringt, dachte ich noch, dass das eine gute Methode ist, einen Einblick in Thomas Leben zu geben, ohne den Leser zu langweilen. Allerdings ändert sich dieser Stil bis zum Schluss nicht. Bis zum Ende wird zwischen den Kapitel mal mehr, mal weniger Zeit übersprungen. Da die Kapitel außerdem ziemlich kurz sind (im Schnitt weniger als sieben Seiten), kam in den einzelnen Szenen weder Spannung noch Gefühl auf. Immer, wenn ich gerade soweit war, mich emotional auf das Erleben der Charaktere einzulassen, war das Kapitel schon wieder zu Ende Und das folgende Kapitel begann so gut wie immer mit groben Zusammenfassungen wie „Die vergangene Woche war die längste seines Lebens gewesen.“ (S. 76) oder „Fast ein Jahr war vergangen, seit (...)“ (S. 154). Solche Formulierungen sind optimal, um den Spannungsbogen zu brechen, aber nicht, um ihn aufrecht zu erhalten. Schlussendlich ist das Buch dadurch manchmal regelrecht langweilig gewesen.

Allein auf der sachlichen Informationsebene hat mir das Buch ganz gut gefallen. Zwar gibt es keine größeren Wendungen oder Überraschungen, da die Hintergrundgeschichte und der Weg der Charaktere ins Labyrinth eigentlich schon aus der Trilogie bekannt sind. Nichtsdestotrotz war es eine nette Auffrischung, noch mal auf einige Zusammenhänge hingewiesen zu werden, die Figuren ins Gedächtnis gerufen zu bekommen und hautnah die ganze Skrupellosigkeit von ANGST mitzuerleben. Viel mehr als mich in meiner Meinung zu den Charakteren zu bestärken, hat das Buch allerdings nicht gebracht.

Fazit:
Das Buch schildert aus Thomas‘ Perspektive die Handlung der zehn Jahren, die zwischen „Kill Order“ und der Trilogie liegen. Allerdings wird aus dem Erzählstil nicht deutlich, dass er zu Beginn fünf und zum Schluss fünfzehn Jahre alt ist, weil die Gedanken und Formulierungen immer gleich sind. Er macht keine sichtbare Entwicklung durch. Außerdem zerpflücken viele Zeitsprünge die gesamte Handlung. Jedes Kapitel ist eine abgehackte Szene, in der weder Spannung noch Gefühl aufkommen. Auf der Informationsebene war das Buch aber eine schöne Auffrischung der Ereignisse aus der Trilogie und hat mich in meiner Meinung bezüglich der Charaktere bestärkt. Als Fan der Reihe vergebe ich für das Wachrufen schöner Erinnerungen an das ansonsten langweilige Buch „Phase Null“ drei Schreibfedern.

Freitag, 17. Februar 2017

Neuzugänge #75


Natürlich vergeht auch der Februar nicht, ohne dass neue Bücher bei mir einziehen. Eines der beiden ertauschten Bücher ist endlich bei mir angekommen, ich hatte keine Lust auf Versandkosten und irgendwie musste ich dann einfach auch noch andere Bücher kaufen. Allerdings weiß ich noch nicht, wann ich dazu komme, die Bücher zu lesen. Mein März ist ziemlich ausgebucht.



Auf die Versandkosten verzichtet habe ich durch den Kauf von "A little something different". Da war ich so neugierig drauf, dass ich es gemeinsam mit einer Freundin direkt gelesen habe. Eigentlich sind Liebesromanzen nicht so mein Ding, aber diese Geschichte, die aus den Perspektiven von vierzehn Beobachtern (darunter ein Eichhörnchen!) geschrieben ist, hat mich sehr interessiert. Und es hat sich wirklich gelohnt! Das Buch ist unglaublich witzig und Lea und Gabe sind echt niedlich. Die Rezension folgt nächste Woche Samstag.
Das Tauschbuch, das bei mir angekommen ist, ist "Plötzlich Banshee". Über lovelybooks habe ich dafür ein ungeliebtes Buch vertauscht. Prinzipiell stehe ich der Geschichte erst mal skeptisch gegenüber, aber da ich noch nie ein Buch mit einer Banshee gelesen habe, will ich es auf jeden Fall mal versuchen. Wann auch immer ich dazu komme.
Gekauft habe ich relativ spontan "Oblivion", weil das Buch, das ich eigentlich haben wollte, nicht vorrätig war. Damit könnte ich dann zumindest die Lux-Reihe beenden, sofern die Autorin nicht beschließt, alle anderen Bücher auch noch aus Daemons Perspektive zu schildern. Andererseits ist es das einzige Buch mit "O", das ich besitze, also vielleicht warte ich doch lieber, ob in der Stadt, Land, Fluss Challenge noch ein "O" dran kommt...
Der Kauf von "Nightmares - Die Stunde der Ungeheuer" war dagegen geplant. Nachdem das Erscheinungsdatum dreimal verschoben wurde, bin ich froh, dass es jetzt endlich tatsächlich erhältlich ist. Nicht, dass ich es in der Wartezeit geschafft hätte, mal den zweiten Band zu lesen. Aber jetzt habe ich wenigstens beide Teile da, um die Reihe zu beenden!

Dienstag, 14. Februar 2017

[Reading With] Sophias Bookplanet: Tote Mädchen lügen nicht - Update #2

Heute gibt es das zweite Update zu meinem ersten "Reading With"! Sophia von Sophias Bookplanet und ich lesen momentan gemeinsam ein Buch. Bisher hat das wunderbar funktioniert und wir haben uns während des Lesens viel ausgetauscht. Jetzt gibt es auch ein Update für euch, ungefähr aus der Mitte des Buches. Es könnten Spoiler enthalten sein, also seid gewarnt!


Welches Buch lesen wir?


Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Verlag: cbt
Seiten: 283
ISBN: 978-3-570307-34-2
Preis: 9,99€ [D]

Klappentext:
Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf "Play" - und hört Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat.
Mit Hannahs Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben.
Clay ist einer davon ...


Wann gibt's die Updates?

#1 - Am Anfang - Sa, 11.02.
#2 - In der Mitte - Di, 14.02.
#3 - Am Ende - Di, 21.02.


Wo sind wir gerade?

Seite 148
Dort beginnt das Kapitel "Kassette 4: Seite A".


Sophias Fragen:


1. Wie gefällt dir unser Protagonist Clay bisher?
So richtig viel erfährt man nicht über Clay, finde ich. Von daher habe ich nicht so viele Anhaltspunkte, um ihn sympathisch oder unsympathisch zu finden. Er scheint mir aber ein anständiger Kerl zu sein. Vor allem, weil er ziemlich gut darüber reflektieren kann, dass er sich auch nicht davon frei sprechen kann, an die Gerüchte geglaubt zu haben. Und dass er irgendwie etwas hätte merken müssen. Das gefällt mir, aber sonst ist Clay bisher eher Mittel zum Zweck, um jemanden die Kassetten hören zu lassen.

2. Wem von unseren sechs bisherigen Nummern würdest du am liebsten Mal gehörig die Meinung geigen?
Ich muss gestehen, dass ich bisher keine Nummer so richtig dramatisch fand. Das sind halt alles Teenager. Nichtsdestotrotz würde ich vermutlich mit Tyler das böseste Gespräch führen. Nicht mal unbedingt, weil er sie durch's Fenster beobachtet hat - bei einem Zimmer im Erdgeschoss ist sie selbst Schuld, wenn sie die Jalousien nicht runter macht. Aber dass er Fotos gemacht hat, ist dann doch eindeutig zu viel. Wenn die jemandem versehentlich in die Finger fallen...

3. Kannst du Hannahs Ansichten, die zu ihrer Entscheidung führten, nachvollziehen?
Bisher nicht, ehrlich gesagt. Natürlich sind einige ihrer Erlebnisse nicht gerade prickelnd. Außerdem sind Gerüchte eine gefährliche Sache, denn wenn sie gut genug klingen, interessiert sich keiner mehr für die Wahrheit. Trotzdem habe ich bisher das Gefühl, dass sie das alles überdramatisiert. Sie wirkt wie ein hysterischer Teenager, der ausflippt, weil nicht alles nach ihrem Willen läuft. Subjektiv mag für sie alles tatsächlich dramatisch und auswegslos aussehen, aber da ich das objektiv nicht nachvollziehen und mich auch nicht in sie hineinversetzen kann, verstehe ich ihre Entscheidung momentan noch nicht.


Meine Fragen:


1. Wie kommst du mit der Erzählweise des Protagonisten zurecht?
Schlecht. Alles, was Hannah auf den Kassetten sagt, ist kursiv geschrieben, und alles, was Clay erzählt, ist in normaler Schrift geschrieben. Eigentlich sollte das zur Unterscheidung genug sein. Aber es gibt keine Absätze, wenn von der Kassette in die Realität gewechselt wird oder andersherum. Und außerdem erfolgen diese Wechsel so schnell, dass ich die Formatierung meist gar nicht wahr genommen habe. Schon mehrfach musste ich eine Seite neu lesen, weil nichts Sinn gemacht hat. Es ist echt anstrengend, alle zwei oder drei Sätze zwischen der Kassette und der Realität hin und her zu springen.

2. Welche der ersten sechs Nummern fandest du am wenigsten dramatisch?
Wie schon erwähnt, finde ich alle Nummern bisher nicht übertrieben dramatisch. Aber am wenigsten zu suchen hat auf den Kassetten bisher Justin. Ja, es gibt Gerüchte über Hannahs ersten Kuss mit ihm, aber es wird nie abschließend geklärt, ob tatsächlich Justin diese Gerüchte in die Welt gesetzt hat. Und überhaupt, ihm die Mitschuld an ihrem Selbstmord in die Schuhe zu schieben, weil er eine schöne Erinnerung von ihr zerstört hat? Ihn auf diesen Kassetten zu erwähnen finde ich schlimmer als das, was er angeblich getan haben soll.

3. Wie gefällt dir das Buch bisher und was müsste in der zweiten Hälfte passieren, damit es dir besser gefällt?
Vermutlich wurde schon deutlich, dass mir das Buch bisher nicht besonders gefällt. Ich komme mit dem Erzählstil nicht zurecht, weil es zu häufig zwischen Kassette und Realität wechselt. Außerdem hat das, was Clay denkt, häufig überhaupt nichts mit dem zu tun, was Hannah soeben gesagt hat. Außerdem kann ich Hannahs Entscheidung nicht nachvollziehen, weil sie zwar Dinge erlebt hat, die nicht unbedingt angenehm sind, aber auch längst nicht so dramatisch wie sie das darstellt. Zudem kann ich mich bisher weder mit Clay noch mit Hannah besonders identifizieren, sodass die großen Emotionen ausbleiben. Das alles dürfte sich in der zweiten Hälfte gerne ändern. Es würde mir besser gefallen, wenn Hannah noch wirklich nachvollziehbare Gründe für ihren Selbstmord nennt. Und wenn Clay etwas anderes werden würde als Mittel zum Zweck. Wenn er also nicht mehr nur als leblose Hülle stumpf nach Hannahs Anweisungen durch die Stadt läuft und fährt und dabei zufällig auch noch immer genau passend den richtigen Bus erwischt.


Zu Sophias Antworten geht es hier: Klick!

Nächstes Update: 21.02.