Donnerstag, 19. Januar 2017

[Aktion] Top Ten Thursday #23 | Deine 10 Flops aus 2016

Zwar war mein Lesejahr 2016 nicht ganz so gut wie die Jahre davor, allerdings habe ich zum Glück auch in diesem Jahr die zehn Enttäuschungen nicht voll bekommen. Insgesamt sind es nur sieben Bücher geworden, von denen ich zwei mit nur einer Schreibfeder und fünf immerhin noch mit zwei Schreibfedern bewertet habe. Da ich einige dieser Bücher aber unglücklicherweise direkt nacheinander gelesen habe, kam es mir vor wie mehr. Ich hoffe sehr, dass das Jahr 2017 nur gute bis geniale Bücher für mich bereithält. Und für euch natürlich auch! (Interessanterweise sind mehr als die Hälfte meiner Flops Rezensionsexemplare, die ich selbst angefragt habe... Dieses Jahr muss ich da unbedingt mehr selektieren!)
Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
Deine 10 Flops aus 2016 

Meine Top Ten:

"Element 8 - Das Flüstern der Erde" hat sich auf den letzten Metern noch die zweite Schreibfeder erarbeitet. Während der ersten 350 Seiten habe ich den Sinn der Geschichte nämlich schlichtweg nicht verstanden. Die Charaktere sind bis auf eine Ausnahme vollkommen unsympathisch, die Handlung hat keinen Sinn, die Sprünge innerhalb der Perspektiven haben mich vollkommen verwirrt und schlussendlich habe ich das Buch eher überflogen.
Anders war es bei "Das Frostmädchen", das wegen des ganz netten Anfangs auch noch knapp zwei Schreibfedern bekommt. Durch dieses Buch habe ich mich gelangweilt. Es gibt eine völlig überstürzte, emotionslose Liebesgeschichte, keine Erklärungen für die Fantasy-Anteile der Geschichte und eine ständige Wiederholung der gleichen fünf Handlungsbausteine. Die Charaktere verlieren sich in seitenlangen Monologen darüber, wie toll sie sich finden, während sie durch den x-ten Schneesturm rennen. Echt langweilig.

Auf "Humpelgreed" habe ich mich schon sehr lange gefreut, weil mich die Idee hinter dem Buch angesprochen hat. Dafür hat die Geschichte dann auch am Ende noch ihre zweite Schreibfeder bekommen. Der Rest war eine pure Enttäuschung. Fünf Monate habe ich gebraucht, um mich durch dieses Buch zu quälen. Die Ausdrucksweise ist ungehobelt, der Schreibstil holprig und der Inhalt sprunghaft. Dieses Buch zu beenden war echt ein Kraftakt.
Bei "In einer anderen Welt" hingegen ist es der Schreibstil, für das das Buch die zweite Schreibfeder bekommen hat. In diesem Buch passiert nämlich gar nichts. Es handelt sich um das Tagebuch der Protagonistin Morwenna, deren Leben maximal unspektakulär ist. Sie erzählt ein wenig walisische Geschichte, listet in einer endlosen Abhandlung Namen und Herkunft sämtlicher Familienmitglieder der letzten fünf Generationen auf und zählt sonst bloß Titel und Autor der unendlich vielen Bücher auf, die sie liest. Das Buch hat weder einen Sinn noch ein Ziel und magisch ist es schon gar nicht.


Das erste Buch, das letztes Jahr nur eine Schreibfeder bekommen hat, ist "Numbers - Den Tod im Blick". Es war einfach entsetzlich. Die Protagonistin und ihr Freund sind dermaßen unsympathisch, dass ich mich teilweise sogar vor ihnen geekelt habe. Schlechtere Vorbilder lassen sich außerdem schwerlich finden. Niveauloser Ausdruck, Respektlosigkeit, vulgäre Sprache und eine dauerhafte Aneinanderreihung von Schimpfwörtern (und das im erzählten Teil außerhalb der Dialoge!) zerstören jegliches Lesevergnügen. Außerdem ist ein Kapitel langweiliger als das andere. Erst ganz zum Schluss gibt es etwas Handlung, die aber schon von Anfang an vorhersehbar war.
Auch "Die Rebellion der Maddie Freeman" hat im Grunde keine Handlung. Die Protagonistin schmachtet die ganze Zeit nur den Kerl an und sabbert seinem unglaublichen Körper hinterher. Der Klappentext behauptet zwar, sie würde eine Schlüsselrolle in der Rebellion spielen, aber davon ist nichts zu spüren. Sie hat mit der Rebellion überhaupt nichts am Hut und alles läuft auch ohne sie ganz wunderbar. Also umso mehr Zeit zum Schmachten. Zum Glück ist wenigstens das dystopische Setting gelungen, in dem es keine Bücher, kein Papier und keine Stifte mehr gibt und das Leben nur noch im Internet stattfindet. Damit hat sich das Buch die zweite Schreibfeder verdient.
Die hat "Survive the night" nicht bekommen. Die Protagonistin ist eine blasse Mitläuferin, trotz vieler Todesfälle ist das Buch völlig unemotional und die Hälfte der Zeit werden bloß irgendwelche Drogenexzesse geschildert. Die Erzählweise ist nicht besonders packend, weil die Autorin es mit der Dramatik übertreibt und immer fünfmal beschreiben muss, wie jemandem die Eingeweide heraushängen. Außerdem ist das Monster, vor dem die Charaktere weglaufen, fiktiv - es ist also eigentlich ein Fantasy-Buch, was ich dem Klappentext aber nicht entnehmen konnte. Oben drauf kommen dann noch zahllose Ungereimtheiten und Logikfehler. Das Buch war gar nicht nach meinem Geschmack.


Habt ihr auch eines der Bücher gelesen?
Was waren eure Flops des Jahres 2016?

Dienstag, 17. Januar 2017

[Rezension] Angelfall: Tage der Dunkelheit – Susan Ee


Titel: Angelfall – Tage der Dunkelheit
Autor: Susan Ee
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 09. Januar 2017
Einband: Softcover
Seiten: 446
ISBN: 978-3-453317-48-2
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Kaum hat Penryn ihre kleine Schwester Paige aus dem Hauptquartier der Engel in San Francisco befreit, wird diese erneut entführt. Und so muss sich Penryn in den rauchenden Trümmern der Stadt erneut auf die Suche nach Paige machen. Dabei findet sie heraus, welch finstere Pläne die Engel wirklich verfolgen. Ihre letzte Hoffnung ist der gefallene Engel Raffe, der jedoch vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens steht: Soll er auf sein Herz hören und Penryn helfen, oder soll er versuchen, seine Flügel zurückzubekommen?

Einordnung:
- Nacht ohne Morgen (Teil 1) 
- Tage der Dunkelheit (Teil 2)
- End of Days (Teil 3, dt. unbekannt)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Das Buch macht genau an der Stelle weiter, an der der erste Band aufgehört hat. Penryn ist nach dem Stich des Skorpions noch immer gelähmt, aber alle halten sie für tot. Trotzdem nimmt der Widerstand sie mit ins neue Camp. Schon auf dem Weg dorthin löst sich die Lähmung allmählich, sodass Penryn wieder handlungsfähig ist. Das ist auch dringend notwendig, denn die Geschichte geht direkt rasant weiter ohne viel Zeit, die bisherigen Geschehnisse zu verarbeiten. Das Buch lässt keine Minute Zeit zum Durchatmen, denn schließlich herrscht auf der Erde Krieg. Die größten Schwierigkeiten bereitet Penryn allerdings ihre entstellte kleine Schwester, vor der sich alle gruseln und die nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich nicht mehr dieselbe ist. Auch Penryn fechtet in ihrer Nähe ständig einen inneren Kampf aus, denn obwohl Paige noch immer ihre geliebte kleine Schwester ist, bringt sie es weder über sich, sie anzusehen noch sie anzufassen. Dadurch, dass selbst die starken Familienbunde aus dem ersten Teil nicht mehr wirklich existieren, wird die Atmosphäre des Buches noch ein wenig düsterer.

Überhaupt ist es in diesem Band hauptsächlich die Atmosphäre, die mich mitgerissen hat, denn so sehr viel Handlung gibt es nicht, abgesehen vom rasanten Ende. Zwar geht der Überlebenskampf weiter, Paige verschwindet erneut und es gibt mehrere Scharmützel mit Engeln, Skorpionen und auch Menschen, aber insgesamt verbringt Penryn viel Zeit damit, einfach nur zu leben. Das ist jedoch keinesfalls langweilig, denn auch wenn gerade kein Angriff des Feindes erfolgt, ist das normale Alltagsleben geprägt von atemlosem Warten darauf, dass es wieder beginnt. Die Szenen mit Penryns Familie sind gleichermaßen emotional wie unheimlich. Und unterbrochen wird die Beschreibung der Gegenwart immer wieder durch Erinnerungen, die Raffes Schwert mit Penryn teilt. Dadurch gibt es nicht nur mehr Informationen über Raffe, sondern es wird auch seine innige Verbindung mit dem Schwert deutlich. Auch Penryns eigene Beziehung zum Schwert wird immer stärker und der vorsichtige Austausch von Gefühlen war irgendwie berührend. Das alles wird so intensiv geschildert und baut eine so spannungsgeladene Atmosphäre auf, dass ich bis mitten in der Nacht gelesen habe, weil ich einfach nicht aufhören konnte.

Neben Penryns Beziehung zu dem Schwert hat mir auch ihre Beziehung zu Raffe unheimlich gut gefallen. Sie denkt immer mal wieder zwischendurch an ihn und gestattet sich manchmal, einfach nur ein 17jähriges Mädchen zu sein. Aber generell ist sie so damit beschäftigt, zu überleben und ihre Schwester zu finden, dass für Raffe kaum Platz in ihrem Kopf ist. Da dieser Penryn für tot hält und sie dementsprechend auch nicht sucht, dauert es mehr als 300 Seiten, bis sie sich das erste Mal wieder über den Weg laufen. Zuvor taucht er nur in den Erinnerungen seines Schwertes auf. Diese Erinnerungsfetzen, die hin und wieder eingeschoben wurden, ohne dass er im Buch tatsächlich mal aktiv aufgetaucht wäre, haben in mir tatsächlich so etwas wie Sehnsucht entfacht. Zum Schluss, kurz bevor sie sich wiedersehen, habe ich ihn tatsächlich mehr vermisst als Penryn. Es ist mir in meiner ganzen Leserlaufbahn noch nie passiert, dass ich selbst den Kerl mehr vermisst habe als die Protagonistin. Aber dieses Buch hat es geschafft und davon bin ich noch immer beeindruckt.

Fazit:
Das Buch macht an der Stelle weiter, an der der vorherige Band aufgehört hat. Der nahtlose Übergang macht den Einstieg in die Geschichte leicht. Außerdem ist das Buch von der ersten Seite an spannend, auch wenn die Handlung erst gegen Ende richtig in Schwung kommt. Dafür ist bis zu diesem Punkt die Atmosphäre umso mitreißender. Egal, womit sich Penryn beschäftigt, alles ist unglaublich intensiv geschrieben. Und selbst bei Alltagsaktivitäten herrscht das atemlose Warten auf die Katastrophe. Dazwischen baut Penryn langsam eine berührende Beziehung zu Raffes Schwert auf und seine beiläufigen Erwähnungen haben mich sehnsüchtiger auf ihn warten lassen als Penryn. „Angelfall – Tage der Dunkelheit“ konnte mich absolut überzeugen und bekommt dafür fünf Schreibfedern.



Ich bedanke mich beim Heyne Verlag und beim Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 15. Januar 2017

Neuzugänge #73


Wie immer habe ich es auch letztes Jahr nicht geschafft, alle Neuzugänge des Jahres tatsächlich auch noch im gleichen Jahr vorzustellen. Glücklicherweise betrifft das dieses Mal nur ein Buch, das ich auf einer Weihnachtsfeier (mehr oder weniger) erwichtelt habe. Außerdem hat mich Anfang diesen Jahres schon wieder das erste Rezensionsexemplar erreicht. Und eigentlich wollte ich heute auch noch zwei Bücher vorstellen, die ich ertauscht habe, aber die Post lässt sich sehr viel Zeit damit, sie mir zu bringen, also gibt's die erst in den nächsten Neuzugängen.




Von der Weihnachtsfeier stammt "Skulduggery Pleasant". Das Buch ist mir in letzter Zeit von mehreren Seiten empfohlen worden und eigentlich wollte ich mir die Reihe irgendwann demnächst aus der Bibliothek ausleihen (lassen; Danke, Lisa xD). Dann wurde das Buch aber überraschend auf der Feier verwichtelt. Und nachdem am Ende niemand das hatte, was er gerne gehabt hätte, haben wir alle wild hin und her getauscht, bis ich tatsächlich das Buch in den Händen hielt. Eigentlich habe ich es also nur quasi-erwichtelt...
Als Rezensionsexemplar ist "Angelfall - Tage der Dunkelheit" bei mir eingetroffen. Nachdem mir der erste Band überraschend gut gefallen hat, musste ich den zweiten Teil auch unbedingt direkt haben. Vorgestern Abend wollte ich schon mal die ersten Kapitel lesen. Und zack, war es halb zwei nachts und ich hatte das Buch (beinahe) durch. Sehr spannend, unglaublich atmosphärisch und zwischenzeitlich hatte ich regelrecht Sehnsucht nach Raffe. Ganz tolles Buch! Meine Rezension folgt Dienstag.

Donnerstag, 12. Januar 2017

[Rezension] Erebos – Ursula Poznanski



Titel: Erebos
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 07. Januar 2010
Einband: Softcover
Seiten: 486
ISBN: 978-3-785569-57-3
Preis: 14,90 € [D]

Klappentext:
Nick ist süchtig nach Erebos, einem Computerspiel, das an seiner Schule von Hand zu Hand weitergereicht wird. Die Regeln sind äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er muss dabei immer allein sein und darf mit niemandem über Erebos reden. Wer dagegen verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Was aber am merkwürdigsten ist: Erebos erteilt Aufträge, die nicht in der virtuellen Welt, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Fiktion und Realität verschwimmen auf irritierende Weise. Und dann befiehlt das Spiel Nick, einen Menschen umzubringen ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Insbesondere in der ersten Hälfte ist das Buch spannend und mitreißend geschrieben. Die Geschichte beginnt, als Nick, der Protagonist, beginnt, Veränderungen bei seinen Freunden und Klassenkameraden zu bemerken. Schnell stellt er fest, dass sie heimlich eine CD untereinander weiter reichen. Aber niemand will verraten, worum es sich dabei handelt. Eifersüchtig versucht er, ebenfalls an ein Exemplar der herumwandernden CD zu kommen, denn alle scheinen von ihrem Inhalt begeistert zu sein. Es dauert nicht lange, bis auch er ein Exemplar in den Händen hält und feststellt, dass es sich um ein Spiel mit dem Namen „Erebos“ handelt.
Meine anfänglichen Befürchtungen, es würde ab dort langweilig werden, seitenlang zu lesen, wie Nick auf Pfeiltasten drückt oder andere Tastenkombinationen ausprobiert, während er das Spiel spielt, haben sich als unbegründet herausgestellt, sobald das Spiel richtig beginnt. Ab diesem Zeitpunkt wechselt die Erzählperspektive nämlich zwischen Nick und seinem Charakter Sarius hin und her. Nick geht zur Schule, macht Hausaufgaben, isst mit seinen Eltern und spricht mit seinen Freunden. Und Sarius schleicht durch Labyrinthe, tötet Skorpione, nimmt an Arenakämpfen teil und unterhält sich mit Werwölfen, Vampiren, Zwergen und Barbaren. Dadurch, dass Sarius die Gefühle und Gedanken eingehaucht werden, die Nick vor dem Bildschirm empfindet, wirkt alles echter und mitreißender. Wann immer Nick das Spiel spielt und Sarius erzählt, liest sich das Buch mehr wie ein Fantasybuch und jedes Mal, wenn Nick unterbrochen wird und die Perspektive zurück zu ihm springt, musste ich mich daran erinnern, dass Sarius eine Spielfigur ist und nicht wirklich gerade um sein Leben gekämpft hat. Stellenweise ist das Buch damit spannender, wenn Nick das Spiel spielt, als wenn er sich im echten Leben bewegt. Das ändert sich aber schlagartig, als das Spiel beginnt, ihm Aufträge in der realen Welt zu erteilen. Um sein Spiel fortsetzen zu können, muss er Kisten von einem Ort zum anderen transportieren, Fotos von bestimmten Personen machen und so weiter. Dafür wird er in der Welt des Spiels mit einem höheren Level oder besserer Ausrüstung belohnt. Am unheimlichsten ist jedoch, dass das Spiel immer weiß, ob Nick seine Aufträge tatsächlich ordnungsgemäß ausgeführt hat oder nicht.

Etwa in der Mitte des Buches flachte die Spannung dann aber irgendwie ab. Es ist sehr deutlich geworden, dass alle Spieler schnell süchtig nach Erebos geworden sind, denn immer wieder fehlen viele Schüler in der Schule, diejenigen, die aus dem Spiel geflogen sind, suchen verzweifelt Wege zurück, immer wieder sind Schüler offensichtlich bei der Erledigung von Aufträgen zu beobachten und jeder hält sich akribisch an die Regeln, um bloß nicht den Missfallen des Spiels zu erregen. Realität und Fiktion verschwimmen immer mehr, indem Handlungen im Spiel in Aufträge in der Realität münden, die wiederum zu Belohnungen im Spiel führen. Das ist mehr als deutlich geworden, doch die Handlung verändert sich nicht. Nick spielt und Sarius kämpft, immer und immer wieder. Erst, als Nick den Auftrag bekommt, in der realen Welt einen Menschen zu töten, nimmt die Geschichte wieder Schwung auf. Ganz so spannend wie zu Beginn, als das Spiel mit all seinen Möglichkeiten eingeführt wird, wurde es aber nicht mehr.

Das mich die zweite Hälfte nicht mehr so mitreißen konnte, liegt wohl unter anderem daran, dass die einzigen drei Figuren der realen Welt, die ich außer Nick noch sympathisch fand, irgendwann dann doch alle auf seiner Seite stehen, sodass es dort im Gegensatz zum Anfang in der Realität mit seinen echten Freunden keine größeren Konflikte mehr gibt. Außerdem gefällt mir die Idee hinter der Geschichte zwar ziemlich gut und es ist geschickt gemacht, jeden Charakter nur einzelne Puzzelsteine wissen zu lassen, aber die Endauflösung hat mich irgendwie enttäuscht. Nicht unbedingt hinsichtlich des Ziels des Spiels, aber ich finde die Anzahl der Spieler, die das Spiel so eingewickelt und manipuliert hat, dass sie buchstäblich über Leichen gehen, dann doch übertrieben. Das Finale fing richtig gut an, als die Parallelen zwischen Spiel und Realität immer offensichtlicher wurden und Details aus dem Spiel sowie Aufträge in der echten Welt plötzlich Sinn bekamen. Damit hätte das Buch ebenso dramatisch wie realistisch abschließen können, aber in meinen Augen hat die Autorin auf den letzten Metern dann einfach etwas zu viel gewollt und den Abschluss zu groß aufgebauscht.

Fazit:
Am Anfang ist das Buch unglaublich spannend, als Nick beginnt, die Welt von Erebos zu erforschen. Dadurch, dass abwechselnd aus seiner Perspektive und der Sicht seines Spielcharakters berichtet wird, ist sowohl die Handlung in der Realität als auch im Spiel mitreißend. Dieses Gefühl verstärkt sich noch, als Realität und Fiktion anfangen zu verschwimmen, weil das Spiel Aufträge in der Realität erteilt, die zu Belohnungen im Spiel führen. Allerdings nimmt sich die Autorin sehr viel Zeit dafür, diesen Umstand mehr als deutlich zu machen, sodass die Spannung in der Mitte des Buches einen Hänger hat. Zum Ende hin wird es zwar wieder spannender und die Idee hinter der Geschichte gefällt mir richtig gut, aber das große Finale ist in meinen Augen mit zu vielen Charakteren so aufgebauscht, dass es nicht mehr realistisch ist. Weniger wäre an dieser Stelle mehr gewesen. Trotzdem bekommt „Erebos“ als spannendes Buch vier Schreibfedern von mir.

Donnerstag, 5. Januar 2017

[Aktion] Top Ten Thursday #22 | Deine 10 Highlights aus 2016

Letztes Mal habe ich mich mit diesem Thema ziemlich schwer getan, weil ich mich zwischen meinen ganzen Highlights entscheiden musste, welches es auf die Liste schafft und welches nicht. Dieses Mal ist es sehr viel leichter, denn ich habe genau zehn Bücher mit voller Punktzahl bewertet 2016. Das nennt sich dann wohl Punktlandung. Allerdings wäre es mir lieber, wenn ich im Rückblick auf 2017 wieder eine Auswahl treffen müsste. Das würde nämlich bedeuten, dass mein Lesejahr bedeutend besser wird als das letzte Jahr war.
Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
Deine 10 Highlights aus 2016 

Meine Top Ten:

"Battle Island" war von Anfang bis Ende unheimlich mitreißend. Dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wurde, hat einen enormen Spannungsbogen aufgebaut. Das hat der Autor mit der vollständigen Eskalation der Situation am Ende noch gesteigert. Allein, wenn ich an das Buch denke, beschleunigt sich mein Pulsschlag wieder. Ein unglaublich packendes Buch!
Im Gegensatz zu den vorherigen Teilen platzte "City of Heavenly Fire" beinahe vor Handlung. Es herrscht das reinste Chaos mit Weltuntergangsstimmung. Viele Perspektivenwechsel ergeben eine Mischung aus Vorahnung, Geheimniskrämerei und offen aufbauender Dramatik. Zahllose Fäden laufen vollkommen schlüssig zusammen und mein absolut liebstes Lieblingspaar bekommt ein Happy End. Dieses Finale ist wirklich absolut perfekt.

Mein letztes Highlight des letzten Jahres war "Die Dämonenakademie - Der Erwählte". Von diesem Buch hatte ich mir gar nicht so viel versprochen, sodass es mich dann wirklich umgehauen hat. Von der ersten Seite an ist mir der Protagonist wahnsinnig sympathisch gewesen. Das hat sich bis zum Schluss nicht geändert, denn er trifft meinen Nerv wirklich auf ganzer Linie. Das Buch ist meine Entdeckung des Jahres.
Victoria Aveyard hat ein wahrhaft meisterliches Verständnis für Verwicklungen, Intrigen und Verrat. Das beweist sie auch in "Gläsernes Schwert" wieder. Die ständigen Wendungen, überraschenden Entwicklungen und tödlichen Hinterhalte haben mich dermaßen misstrauisch gemacht, dass ich jeden neuen Charakter am liebsten sofort weggesperrt hätte. Gleichzeitig nimmt die Rebellion immer größere Ausmaße an, sodass ich einfach nur überwältigt bin von diesem Buch.

Das erste Highlight des letzten Jahres war "Das Labyrinth erwacht". Das Buch ist wirklich unglaublich gemein, denn schon von Anfang an wissen Leser und Charaktere, dass nur eine Person diese Geschichte überleben wird. Es ist trotzdem unmöglich, eine Figur nicht zu mögen, denn es wird abwechselnd aus allen Perspektiven berichtet, sodass der Leser die Gedanken, Gefühle, Ängst und Erinnerungen jeder Figur kennenlernt. Auch den Charakteren selbst ist es unmöglich, sich nicht gegenseitig zu mögen. Sie wollen alle nicht, dass ihre Freunde sterben, und doch rennt schlussendlich jeder um sein eigenes Leben. Und der Leser hetzt hilflos hinterher, denn zum Nachdenken ist keine Zeit. Das Buch war wirklich, wirklich hart zu verdauen gewesen.
Im krassen Gegensatz dazu steht "Magnus Chase - Das Schwert des Sommers", denn dieses Buch ist einfach nur unglaublich witzig. Ich habe Rick Riordan schon immer geliebt, aber mit Magnus Chase hat er sich tatsächlich noch einmal gesteigert. Lange habe ich mich nicht mehr so amüsiert beim Lesen - und das begann schon beim Inhaltsverzeichnis. Magnus ist ein richtig witziger Erzähler und das Buch quillt über vor Situationskomik. Trotzdem mangelt es auch nicht an Spannung, berührenden Momenten und Dramatik. Außerdem sind nebenbei jede Menge Informationen über die nordische Mythologie in die Handlung eingebettet. Eine gelungene Mischung.

Von "Masterminds - Im Auge der Macht" bin ich wirklich überrascht gewesen. Die Geschichte hatte eine hohe Geschwindigkeit, da aus fünf Perspektiven berichtet wird und jede Figur etwas anderes darüber herausfindet, was in ihrer Stadt nicht stimmt. Obwohl der Leser dadurch frühzeitig viele Informationen hat, ist es bis zum Schluss kaum möglich, die Puzzelteile richtig zusammen zu setzen. Die Auflösung selbst war noch viel schrecklicher als ich sie mir ausgemalt hatte.
Nicht weniger überrascht war ich außerdem von "Selection - Die Krone". Nachdem mir der vierte Band irgendwie so gar nicht gefallen hatte, habe ich nicht mir so einem gelungenen Abschluss gerechnet. Dass Eadlyn in diesem Band endlich etwas zu tun bekommt, statt nur herumzustolzieren, tut ihr wirklich gut, denn sie wird richtig offen, freundlich und sympathisch. Das und die Tatsache, dass die übrigen Kandidaten alle miteinander befreundet sind und sich gegenseitig unterstützen, sorgt für eine besondere Atmosphäre. Dass sie sich am Ende auch noch für meinen Favoriten entscheidet, ist nur die Spitze des Eisbergs, der mich dieses Buch wirklich genießen lassen hat.

"Shilsas - In den Nebeln". Ich muss nur das Cover anschauen und schon kriecht mir eine Gänsehaut über den Rücken, mein Puls beschleunigt sich und das Atmen fällt mir schwerer. Die Atmosphäre in diesem Buch war gigantisch. Die Vielschichtigkeit der Welt und die Komplexität der Handlungsstränge haben mich immer mehr eingewickelt. Und die abstoßende, entsetzliche Stadt Shilsas, in der das Recht des Stärkeren gilt und der fast niemand jemals entkommen kann, hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich den Fehler gemacht habe, die beiden wichtigsten Grundsätze der Stadt zu vergessen: „Traue niemandem in Shilsas“ und „Jeder ist käuflich in Shilsas“. Bezahlt habe ich das mit Tränen, Fingernägeln und schlaflosen Nächten. Das Buch ist wirklich das Meisterwerk der Autorin.
Das letzte Highlight auf dieser Liste ist tatsächlich eine Autobiographie. Eigentlich ist "You're never weird on the internet (almost)" aber sehr viel mehr als eine Autobiographie. Das Buch ist gleichzeitig witzig und berührend, eine Warnung und eine Inspirationsquelle, eine Autobiographie und ein Ratgeber. Es liest sich nicht wie ein Buch, sondern eher wie ein persönliches Gespräch mit Felicia Day, die von ihren Hoch- und Tiefpunkten erzählt. Und aus allen Erfahrungen zieht sie immer eine Quintessenz, die für den Leser von Wert sein kann. Das Buch hat mich wirklich auf vielen Ebenen angesprochen und mir mehr als nur eine Lebenshilfe mit auf den Weg gegeben.


Habt ihr auch eines der Bücher?
Was waren eure Highlights des Jahres 2016?